Nach Flugzeugkatastrophe: Kämpfe zwischen Ukraine und Separatisten gehen weiter

18. Juli 2014, 22:40
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US-Geheimdienste: Flugzeug "sehr wahrscheinlich" von Separatisten abgeschossen - Putin fordert Waffenruhe, Kiew moderne Waffen vom Westen 

Kiew/Moskau - Ein malaysisches Verkehrsflugzeug mit 298 Menschen Menschen an Bord ist am Donnerstag im Osten der Ukraine abgestürzt. Nach ukrainischen Angaben wurde die Maschine mit einer Rakete abgeschossen, eine unabhängige Bestätigung liegt dafür noch nicht vor. Prorussische Separatisten weisen die Vorwürfe zurück und beschuldigen die Gegenseite. US-Präsident Barack Obama hat eine internationale Untersuchung gefordert. (Mehr dazu hier)

Eine vollständige Passagierliste wurde noch nicht veröffentlicht, allerdings gibt es dazu immer mehr Details.

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22:30 Uhr - Armee erobert Teil von Luhansk

Die ukrainische Armee hat am Freitag einen Teil der Rebellenhochburg Luhansk erobert. Verteidigungsminister Waleri Geletej teilte am Abend mit, dass die Streitkräfte den südöstlichen Teil von Luhansk eingenommen hätten. Die Truppen hätten auch den Flughafen der Stadt umstellt.

Die Stadtverwaltung hatte zuvor mitgeteilt, dass bei Kämpfen über 20 Zivilisten getötet worden seien. In Lissitschansk bei Luhansk war nach Artilleriebeschuss eine Raffinerie in Brand geraten. Nach dem Beschuss eines Umspannwerks in Luhansk sei in 85 Prozent der Großstadt der Strom ausgefallen, hieß es.

22:05 Uhr - Cameron macht Separatisten verantwortlich

Nach US-Präsident Barack Obama hat auch der britische Premierminister David Cameron die Separatisten in der Ukraine für den Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs verantwortlich gemacht. Solange nicht noch überwältigende anderslautende Beweise ans Tageslicht kämen, sei es zunehmend wahrscheinlich, dass eine von den Separatisten abgefeuerte Rakete das Flugzeug zum Absturz gebracht habe, erklärte ein Sprecher Camerons am Freitagabend in London. Die bislang vorliegenden Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass eine Boden-Luft-Rakete von der Ortschaft Torez in einem von den Rebellen gehaltenen Gebiet abgefeuert worden sei. Unter den fast 300 Todesopfer waren seinen Angaben zufolge zehn Briten.

21:30 Uhr - Russland weist im UNO-Sicherheitsrat Verantwortung zurück

Russland hat bei einer Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats die Verantwortung für den Absturz zurückgewiesen. Stattdessen machte der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin am Freitag in New York die Regierung in Kiew verantwortlich.

Tschurkin erklärte, Grund für die Eskalation sei die Offensive der ukrainischen Armee gegen die prorussischen Separatisten. Außerdem warf er der ukrainischen Regierung vor, zivile Flugzeuge über dem Kampfgebiet erlaubt zu haben: "Heute hat Kiew den Luftraum vollständig gesperrt. Warum konnten sie das nicht früher machen und nicht darauf warten, dass es hunderte Opfer gibt?"

20:15 Uhr - Kiew fordert moderne Waffen vom Westen

Der ukrainische Parlamentspräsident Alexander Turtschinow hat den Westen zu Waffenlieferungen aufgefordert. Die internationale Gemeinschaft müsse die prowestliche Führung mehr unterstützen im Kampf gegen prorussische "Terroristen", sagte er am Freitag in Kiew. "Dafür sollen moderne Waffen und Kampftechnik an uns geliefert werden."

Mit Präzisionswaffen könnte das Kriegsgerät der Aufständischen binnen Tagen zerstört werden. "Sie hätten auch den Absturz der Boeing verhindert", sagte Turtschinow.

Die Separatisten bezeichneten unterdessen den angeblichen Mitschnitt eines Gesprächs, das die Aufständischen als Urheber des Abschusses überführen soll, als Fälschung. "Die Aufzeichnung wurde grob montiert", sagte Oleg Zarjow von der "Volkswehr". Möglicherweise seien einige Passagen echt, allerdings handle es sich dabei um einen Kampfjet und nicht um das Passagierflugzeug mit 298 Insassen.

20:00 Uhr - OSZE-Beobachter eingeschränkt

Prorussische Separatisten haben internationalen Beobachtern den vollständigen Zugang zur Absturzstelle verwehrt. Die Beobachter könnten sich nicht uneingeschränkt bewegen, hieß es am Freitag von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien.

"Sie haben nicht den Zugang erhalten, den sie erwartet haben. Sie haben nicht die Bewegungsfreiheit, die sie für ihre Arbeit benötigen. Die Absturzstelle ist nicht abgesperrt", beklagte Botschafter Thomas Greminger vom Schweizer OSZE-Vorsitz. Das 17-köpfige Team habe sich etwa 75 Minuten an der Absturzstelle aufgehalten und kehre nun nach Donezk zurück.

19:55 Uhr - AUA streicht weitere Ukraine-Flüge bis Sonntag

Wegen der Sperre des ostukrainischen Luftraums streicht die AUA (Austrian) auch am Samstag und Sonntag je zwei Ukraine-Flüge. Betroffen seien Flüge nach Charkow und Dnjepropetrowsk, teilte ein AUA-Sprecher am Freitagabend mit.

Die am Freitag ebenfalls gestrichenen Flüge nach Rostow am Don und Krasnodar würden jedoch ab Samstag wieder aufgenommen. Die Flugrouten seien nämlich geändert worden. Insgesamt werde der ostukrainische Raum "weiterhin weiträumig umflogen", hieß es in einer Austrian-Aussendung.

Passagiere, die für den Zeitraum zwischen 21. und 27. Juli gebuchte Tickets für Flüge von oder nach Charkow (Kharkiv) oder Dnjepropetrowsk (Dnipropetrowsk) haben, erhalten eine einmalige kostenlose Umbuchungsmöglichkeit, teilte Austrian mit. Der neue Abflug müsse spätestens am 21. Oktober 2014 erfolgen.

19:05 Uhr - OSZE: Absturzstelle darf nicht verändert werden

Nach dem Flugzeugabsturz in der Ostukraine hat sich die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für eine uneingeschränkte Aufklärung des Vorfalls ausgesprochen. Die Arbeit internationaler Beobachter an der Absturzstelle dürfe nicht behindert werden, teilte die Organisation nach einer Sondersitzung ihres Ständigen Rats am Freitag in Wien mit.

Es dürften keine Gegenstände oder Trümmer vom Unglücksort entfernt werden, hieß es. Dem Gremium aus 57 Nationen gehören auch Russland und die Ukraine an. Die Ukraine habe sich in der Sitzung für eine schärfere Stellungnahme stark gemacht, hieß es aus Diplomatenkreisen. Die OSZE sprach sich zudem für eine Waffenruhe in der Ostukraine aus.

18:35 Uhr - Obama fordert Waffenruhe

US-Präsident Barack Obama hat eine sofortige Waffenruhe in der Ukraine gefordert. Die Rakete, die das Flugzeug abgeschossen habe, sei aus einem von Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden, sagte Obama am Freitag in Washington. Zugleich drohte er Russland mit schärferen Sanktionen.

"Russland, die Separatisten und die Ukraine müssen sich an eine sofortige Waffenruhe halten", betonte Obama. Er erhob schwere Vorwürfe gegen Moskau, das "immer wieder" verabsäumt habe, die erforderlichen Schritte zur Deeskalation der Lage in der Ostukraine zu setzen. Die Separatisten seien ständig aus Russland mit schweren Waffen, darunter auch Luftabwehrgeräten, versorgt worden. Wenn der russische Präsident Wladimir Putin den Zustrom von Waffen und Kämpfern in die Ostukraine untersage, werde die Gewalt dort aufhören. Die USA seien in der Lage, ihre Sanktionen gegen Russland zu verschärfen, unterstrich Obama.

18:05 Uhr - Außenministerium: Keine Österreicher an Bord

An Bord des abgestürzten Flugzeugs haben sich keine Österreicher befunden. "Wir können bestätigen, dass kein österreichischer Staatsbürger auf dem Flug eingecheckt war", sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Freitagnachmittag. Er verwies auf aktuelle Informationen zur Identifizierung der Opfer.

17:55 Uhr - Fidel Castro beschuldigt Kiew

Der frühere kubanische Präsident Fidel Castro hat die ukrainische Regierung für den Abschuss des Malaysia-Airlines-Flugs MH 017 verantwortlich gemacht. Die Regierung in Kiew habe eine "außergewöhnlichen Provokation" begangen, das Flugzeug habe sich im von der ukrainischen Armee kontrollierten Luftraum befunden, hieß es am Freitag in einem Leitartikel Castros in der Parteizeitung "Granma".

Kuba könne "nicht aufhören, seine Ablehnung für eine solch anti-russische, anti-ukrainische, pro-imperialistische Regierung zum Ausdruck zu bringen." Fidel Castro hatte die Macht im Staat 2006 an seinen Bruder Raul wegen seiner schlechten Gesundheit übergeben. Der 87-Jährige hatte sich zuvor seit Monaten nicht mehr in der "Granma" geäußert.

17:45 Uhr - US-Botschafterin: Russische Beteiligung möglich

Die USA halten eine Beteiligung russischer Waffenexperten am mutmaßlichen Abschuss für denkbar. Es sei unwahrscheinlich, dass die Separatisten die hochkomplexen Luftabwehrraketen ohne geschultes Personal hätten einsetzen können, sagte die amerikanische UNO-Botschafterin Samantha Power sagte am Freitag im UNO-Sicherheitsrat

"Deshalb können wir eine technische Unterstützung durch russisches Personal nicht ausschließen", sagte Power. Die USA schätzten es mittlerweile als wahrscheinlich ein, dass die Absturzursache ein Beschuss mit einer Flugabwehrrakete gewesen sei.

17:40 Uhr - UN-Sicherheitsrat fordert Untersuchung

Der UNO-Sicherheitsrat hat eine unabhängige Untersuchung des Flugzeugabsturzes gefordert. In einer einstimmigen Erklärung verlangte das Gremium am Freitag am UNO-Sitz in New York eine "umfassende, gründliche und unabhängige internationale Untersuchung des Vorfalls im Einklang mit den Richtlinien der internationalen Zivilluftfahrt".

Die 15 Mitgliedsländer des Sicherheitsrates riefen zudem "alle Parteien" dazu auf, den Ermittlern "sofortigen Zugang" zu der Absturzstelle zu gewähren. Die UNO-Botschafter der Mitgliedsländer hielten bei der von Großbritannien beantragten Sondersitzung eine Schweigeminute für die fast 300 Opfer der Tragödie ab.

17:30 Uhr - EU ruft Krisengruppe zusammen

Die EU-Kommission hat das Krisengremium für die Europäische Luftfahrt (EACCC) einberufen. Die Gruppe sei aktiviert worden, um die Auswirkungen auf den Luftverkehr zu koordinieren, sagte der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Siim Kallas, am Freitag in Brüssel. Die Gruppe soll die Sicherheit von Flügen garantieren.

"Ich möchte allen Fluggästen versichern, dass es sicher ist, zu fliegen", sagte Kallas. Das Krisengremium wird nach EU-Angaben bei außergewöhnlichen Umständen zusammengerufen. Es soll dazu beitragen, Krisensituationen zu bewältigen, die den EU-Luftverkehr beeinträchtigen. Mitglieder sind unter anderem EU-Vertreter, die Europäischen Agentur für Flugsicherheit, Eurocontrol und verschiedenen Experten.

17:20 Uhr - Eurocontrol-Chef: "Ukraine hat Lage unterschätzt"

Die Ukraine hat nach Einschätzung der europäischen Luftraumaufsicht Eurocontrol die Lage im umkämpften Osten des Landes "unterschätzt". Eurocontrol-Generaldirektor Frank Brenner sagte, dass Kiew den Luftraum in dem Gebiet als "eingeschränkt passierbar" eingestuft habe. "Ein möglicher Abschuss ist nicht erwartet worden."

Nach dem Absturz der malaysischen Maschine MH17 wurde das Konfliktgebiet in der Ostukraine gesperrt. Auch Frachtflüge sind von der Sperre betroffen, da sie den gleichen Kriterien wie Passagierflugzeuge unterliegen, erläuterte Brenner. Bei einer längeren Sperre des Luftraums über der Ostukraine könnte es auch zu einem Anstieg der Flugticketpreise kommen.

17:00 Uhr - OSZE-Experten an Absturzstelle

Ein Team von 30 Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist am Freitagnachmittag an der Absturzstelle des Flugzeugs der Malaysia Airlines im Osten der Ukraine eingetroffen. Prorussische Milizionäre hätten nach kurzen Verhandlungen den Inspektoren Zugang zu der Unglücksstelle bei Grabowe gewährt, berichteten Augenzeugen.

16:45 Uhr - Armee geht weiter gegen Separatisten vor

Auch nach dem Flugzeugabsturz in der Ostukraine haben sich Regierungseinheiten und prorussische Separatisten in dem Konfliktgebiet heftige Gefechte geliefert. Bei Kämpfen in Luhansk seien allein am Freitag mehr als 20 Zivilisten getötet worden, teilte die Stadtverwaltung mit. In Lissitschansk bei Luhansk geriet nach Artilleriebeschuss eine Raffinerie in Brand.

Die Arbeiter seien in Schutzkeller geflüchtet, berichtete die Zeitung "Segodnja" auf ihrer Internetseite. Die Aufständischen sprachen ebenfalls von Raketenwerfersalven im benachbarten Ort Sewerodonezk.

Nach dem Beschuss eines Umspannwerks in Luhansk sei in 85 Prozent der Großstadt der Strom ausgefallen, hieß es. Die fehlende Energie habe zum zeitweiligen Ausfall der Wasserversorgung geführt, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Regierungstruppen würden den Ring um die Stadt immer enger ziehen, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Andrej Lyssenko.

15.50 Uhr - Niederländische Opferzahl prozentuell höher als jene der Amerikaner von 9/11

Misst man die 189 Todesopfer des Flugzeugunglückes an der niederländischen Gesamtbevölkerung übertrifft der Anteil sogar die US-amerikanischen Opferzahlen von 9/11. Damals kamen 2.624 Menschen ums Leben, insgesamt 0,0009 Prozent der Bevölkerung. Die Niederlande verlor 0,0011 Prozent.

15.45 Uhr - OSZE-Mitarbeiter erreichen Absturzstellen

Die OSZE meldet, dass soeben 30 ihrer Mitarbeiter mit einem Helikopter nahe der Absturzstellen gelandet sind.

15.35 Uhr - Internationale Zivilluftfahrtorganisation dementiert Sperre

Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), eine zur UNO gehörende Sonderorganisation, dementiert Berichte, wonach sie den Luftraum über der Ostukraine hätte sperren lassen. Die ICAO sagt, sie hätte gar keine Befugnisse, Routen zu öffnen oder zu sperren.

15.25 Uhr - Tote bei Kämpfen in der Ostukraine

Von einer Waffenruhe in der Ostukraine ist noch nichts zu sehen. Laut Stadtregierung von Luhansk sind am Freitag mehr als 20 Menschen bei Kämpfen umgekommen.

15.10 Uhr - Interpol bietet Unterstützung an

Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat nach dem Absturz ihre Hilfe angeboten. Interpol könne unter anderem bei der Identifizierung und Rückführung der Opfer helfen, erklärte Generalsekretär Ronald Noble.

15.00 Uhr - Flughöhe niedriger als geplant

Die Boeing 777 flog nach Angaben von Malaysia Airlines niedriger als eigentlich geplant. Beantragt gewesen sei eine Flughöhe von 35.000 Fuß (10.700 Meter). Die ukrainische Flugsicherung habe aber angewiesen, auf 33.000 Fuß (10.050 Meter) zu fliegen.

14.50 Uhr - US-Geheimdienste: Separatisten "sehr wahrscheinlich" Verursacher

In einem ersten Geheimdienstbericht der USA heißt es, dass das Flugzeug sehr wahrscheinlich von den Separatisten abgeschossen wurde, berichten "New York Times" und CNN.

14.45 Uhr - Neue Zahlen zu Todesopfern

Malaysia Airlines gibt bekannt, dass 189 Niederländer, 44 Malaysier (inklusive 15 Crewmitglieder), 27 Australier, zwölf Indonesier, neun Briten, vier Deutsche, vier Belgier, drei Philippiner, ein Kanadier und ein Neuseeländer unter den Opfern waren. Vier Passagiere sind noch immer nicht identifiziert.

14.30 Uhr - Separatisten lehnen Waffenruhe ab

Der Chef der selbstproklamierten "Volksrepublik Donezk" hat eine von der internationalen Gemeinschaft geforderte Waffenruhe abgelehnt. Eine Waffenpause komme nicht infrage, sagte Alexander Borodaj am Freitag bei einer Pressekonferenz in Donezk. Er sicherte aber erneut zu, dass unabhängige Experten Zugang zu der Absturzstelle erhalten sollen.

14.25 Uhr - Pressekonferenz am Amsterdamer Flughafen Schiphol

Der europäische Vizepräsident von Malaysia Airlines erklärt, dass das Flugzeug zuletzt am 11. Juli einen Check durchlaufen hat. Die engsten Angehörigen der Todesopfer erhalten von der Fluglinie 5.000 Dollar für ihre bisherigen Ausgaben.

14.15 Uhr - Lawrow: Zu früh für Bezeichnung als "Terrorakt"

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die Einstufung des Flugzeugunglücks als "Terrorakt" scharf kritisiert. Er reagierte damit auf eine Aussage des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. "Solche Bezeichnungen sind verfrüht und ein Versuch, Druck auf die Ermittler auszuüben", sagte Lawrow dem staatlichen Fernsehsender Rossija-24.

14.10 Uhr - Putin: Waffenruhe und Verhandlungen nötig

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die ukrainische Regierung und die Separatisten zu einer Waffenruhe aufgefordert. Damit sollten Verhandlungen ermöglicht werden, sagte Putin.

14.00 Uhr - Russland: Keine Übergabe der Blackbox durch Separatisten

Außenminister Lawrow kündigt an, dass Russland die Flugschreiber nicht den Separatisten abnehmen werde.

13.55 Uhr - Ukraine nicht im Besitz der Flugschreiber

Nach Angaben von EU-Luftfahrtexperten haben die ukrainischen Behörden erklärt, keine Information über den Verbleib der Blackbox und des Cockpit-Voice-Recorders zu haben. Die Flugdatenschreiber zu manipulieren sei "nahezu unmöglich", sagte ein Experte in Brüssel. 

12.55 Uhr - Neuerliche Zurückweisung der Ukraine

Die Ukraine weist erneut Vorwürfe zurück, die Maschine abgeschossen zu haben. Das Flugzeug habe sich außerhalb der Reichweite ukrainischer Luftabwehrsysteme befunden, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Raketen seien grundsätzlich nicht während des Einsatzes gegen die Separatisten eingesetzt worden.

12.40 Uhr - Deutsche Allianz-Versicherung haftet möglicherweise

Die deutsche Versicherung Allianz muss womöglich für die abgestürzte Passagiermaschine haften. Der Münchner Konzern teilte am Freitag mit, der Hauptversicherer des Jets zu sein.

Nach Angaben des Versicherungsbrokers Aon geht es in dem Fall um einen Kaskoschutz von 97 Millionen Dollar (72 Millionen Euro). Die Analysten der Großbank Barclays betonen in einer Kurzanalyse allerdings, sollte es sich bewahrheiten, dass die Maschine abgeschossen wurde, würde der Fall anders bewertet. Dann wäre ein auf Kriegshandlungen spezialisierter Anbieter in der Pflicht.

12.35 Uhr - Bisher 181 Leichen geborgen

Laut Angaben eines Mitarbeiters des ukrainischen Außenministeriums wurden bisher 181 Leichen geborgen. Diese sollen nun zur Identifizierung nach Charkiw gebracht werden, das von der Ukraine kontrolliert wird.

12.30 Uhr - Cameron: Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden

Sollte sich ein Abschuss bestätigen, müssten die Täter dafür zur Verantwortung gezogen werden, sagt Großbritanniens Premier David Cameron über den "schrecklichen" Vorfall.

12.10 Uhr - Ausfall von vier AUA-Flügen

Aufgrund der Luftraumsperren sind bei der AUA am Freitag vier Flugzeuge auf dem Boden geblieben. AUA-Sprecher Peter Thier teilte mit, dass die Airline in der Früh zwei Flüge in die Ukraine - nach Charkiw und Dnepropetrowsk - gestrichen hat. Ebenso musste die AUA zwei Flüge nach Russland (Krasnodar und Rostow) aus dem Programm nehmen.

12.05 Uhr - Merkel: Zu früh für weitere Sanktionen

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hält nichts davon, noch schärfere Sanktionen gegen Russland zu verhängen, bevor nicht alle Fakten zum Flugzeugabsturz bekannt sind.

11.55 Uhr - Jazenjuk will Strafgerichtshof einschalten

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk will die Verantwortlichen für den Absturz vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag stellen lassen. "Die schreckliche Tragödie hat unser Leben verändert, die Russen sind zu weit gegangen", sagte Jazenjuk am Freitag laut Interfax-Ukraine. "Es handelt sich um ein internationales Verbrechen", wurde er zitiert.

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11.50 Uhr - Russland: Ukrainisches Raketensystem war aktiv

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagt, dass seine Einheiten am Tag des Unglücks Radar-Aktivitäten eines ukrainisch kontrollierten Buk-Luftabwehrsystems registriert hätten.

11.10 Uhr - Merkel: Waffenruhe nötig

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel appelliert an alle Seiten, eine Waffenruhe in der Ostukraine einzuhalten. Das sei für eine unabhängige Untersuchung dringend notwendig. Merkel richtet ihre Worte auch direkt an Russland. Viele Indizien würden dafür sprechen, dass es sich um einen Abschuss handle.

10.50 Uhr - Australien fordert UNO-Resolution

Australien will sich für eine bindende Resolution des UN-Sicherheitsrats einsetzen, sagte Premierminister Tony Abbott am Freitag im Parlament: "Wir fordern eine umfassende, unabhängige Untersuchung mit vollen Zugang zum Absturzort."

10.45 Uhr - OSZE-Sondersitzung in Wien um 12.30 Uhr

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat eine Sondersitzung ihres Ständigen Rats einberufen. Die Vertreter von 57 Nationen wollen sich um 12.30 Uhr in Wien treffen und über die Lage nach dem Zwischenfall beraten, teilte die OSZE mit. Derzeit sind OSZE-Beobachter auf dem Weg zur Unfallstelle in der Ostukraine.

10.35 Uhr - Sprecherin des deutschen Auswärtigen Amts bestätigt Tod von vier Deutschen

10.30 Uhr - Empörung im Baltikum

Politiker aus den direkten Nachbarstaaten Russlands haben mit Empörung auf den Absturz reagiert. So fordert der lettische Außenminister Edgars Rinkievics laut der Nachrichtenagentur LETA ein "Auslöschen der Terrorhöhle" - gemeint sind die Separatisten in der Ostukraine.

10.20 Uhr - Malaysischer Verkehrsminister: Menschenunwürdiges Verbrechen

Sollte sich der Abschuss der Maschine bestätigen, wäre das ein menschenunwürdiges Verbrechen, sagt der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein. Malaysia werde ein 62-köpfiges Katastrophenteam in die Ukraine schicken. Bisher seien 15 von 16 südasiatischen Airlines dieselbe Route über die Ukraine geflogen.

10.15 Uhr - Britisches Sicherheitskabinett tagt

Der britische Premierminister David Cameron hat sein Sicherheitskabinett zusammengerufen. Es sollte noch am Freitagvormittag tagen, teilte die Downing Street mit.

10.00 Uhr - Malaysia Airlines will Angehörigen Zugang zur Absturzstelle verschaffen

Malaysia Airlines will allen Angehörigen einen sicheren Zugang zur Absturzstelle ermöglichen, teilt eine Sprecherin mit. Derzeit befinden sich hunderte Angehörige in einem Hotel am Amsterdamer Flughafen Schiphol.

9.55 Uhr - Ukraine schließt Luftraum 

Die ukrainische Regierung sperrt den Luftraum über jenen Teilen der Ostukraine, in denen ihre Soldaten gegen Separatisten vorgehen.

9.50 Uhr - Separatisten kündigen Waffenruhe an

Die Separatisten in der Ostukraine haben eine zwei- bis viertägige Waffenruhe zur Untersuchung der Unglücksursache angekündigt. Das solle bei Konsultationen der internationalen Kontaktgruppe um 11 Uhr MESZ vereinbart werden, teilte Separatistenführer Andrej Purgin am Freitag der Agentur Interfax zufolge mit.

9.25 Uhr  - Putin: Gründliche und unabhängige Untersuchung

Russlands Präsident Wladimir Putin hat in einem Telefonat mit dem niederländischen Premier Mark Rutte gefordert, dass es eine gründliche und unabhängige Untersuchung des Absturzes geben soll. Außerdem habe Putin die Notwendigkeit einer friedlichen Lösung des Konflikts in der Ostukraine betont, teilte der Kreml mit.

9.20 Uhr - Hillary Clinton sieht Europa am Zug

In einem Gespräch mit dem Journalisten Charlie Rose betont die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton, dass Europa nun führen müsse. Die Maschine sei auf europäischem Territorium höchstwahrscheinlich abgeschossen worden. "In den europäischen Hauptstädten sollte das Empörung auslösen."

9.00 Uhr - 28 Australier unter den Toten

Die Zahl der australischen Passagiere wird von 27 auf 28 erhöht. Premierminister Tony Abbott betont in einer Pressekonferenz, dass es sich bei dem Absturz nicht um einen Unfall, sondern um ein Verbrechen handle. Der russische Botschafter habe im Gespräch mit ihm die Ukraine dafür verantwortlich gemacht. Auch in Australien werden die Fahnen auf halbmast gesetzt.

8.15 Uhr - Fahnen in den Niederlanden auf halbmast

In den Niederlanden sind die Fahnen aller Regierungsgebäude auf halbmast gesetzt worden. Für das Land, das 154 seiner Bürger verloren hat, ist es das schwerste Flugunglück aller Zeiten.

8.10 Uhr - Russischer Botschafter ins australische Außenministerium zitiert

Australien hat den russischen Botschafter ins Außenministerium zitiert, wie Premierminister Abbott am Freitag dem Parlament mitteilte. Die Regierung erwarte eine "kategorische Versicherung", dass die russische Regierung bei den Untersuchungen voll mit den Ermittlern zusammenarbeite. Unter den Passagieren sollen sich 27 Australier befunden haben.

8.05 Uhr - Rettungskräfte finden zweiten Flugschreiber 

Ein Augenzeuge berichtet Reuters, dass Freitagfrüh ein zweiter Flugschreiber des Flugzeugs gefunden wurde.

7.35 Uhr - Rebellen wollen Zugang gewähren

Die OSZE berichtet, dass die Separatisten internationalen Experten einen sicheren Zugang zur Unglücksstelle gewähren wollen. Das sei bei einer Videokonferenz mit russischen und ukrainischen Vertretern sowie der OSZE garantiert worden.


Keine Informationen über Österreicher

Ob sich auch Österreicher an Bord der Maschine befanden, ist bisher unklar. Das Außenministerium steht laut der "ZiB 2" von Donnerstagabend in ständigem Kontakt mit dem Krisenzentrum in Den Haag.

Gegenseitige Beschuldigungen

Vertreter der ukrainischen Regierung beschuldigen prorussischen Separatisten, eine Rakete vom Typ Buk auf das Flugzeug abgefeuert zu haben. Diese wiederum machten Regierungstruppen verantwortlich. Die Buk ist eine Luftabwehrrakete, die 1979, also noch zu Sowjetzeiten, entwickelt wurde.

Russlands Präsident Wladimir Putin schrieb die Verantwortung für den Absturz der Ukraine zu. Die schreckliche Tragödie wäre nicht passiert, wenn es in der Ostukraine keinen Krieg gäbe, erklärte Putin am Donnerstagabend.

Das Flugzeug startete in Amsterdam und soll nahe der Ortschaft Schachtarsk abgestürzt sein.

Separatisten, die in der Region aktiv sind, fanden am Donnerstagabend offenbar einen der Flugschreiber. "Die Blackbox wurde sichergestellt", sagte ein der Sprecher der Aufständischen, Konstantin Knyrik. (APA/Reuters, red, 17.7.2014)


Boeing 777-200ER

foto: ap photo/joepriesaviation.net

Die Boeing 777-200ER (ER = Extendend Range) ist ein Langstreckenflugzeug mit gut 14.000 Kilometern Reichweite. Der Typ fliegt seit 1997 im kommerziellen Dienst. Der US-Flugzeugbauer Boeing lieferte bisher nach eigenen Angaben 422 Maschinen vom Typ 777-200ER aus. Malaysia Airlines hatte nach Angaben des Herstellers 15 Maschinen dieses Typs bestellt.

Die Maschine gilt als zuverlässig. Das von einem US-Sicherheitsanalytiker gegründete Portal airsafe.com führt nur wenige Zwischenfälle auf. Unter anderem streifte im Juli 2013 eine Maschine der Asiana Airlines beim Landen in San Francisco eine Mauer und verunglückte. Drei Menschen kamen dabei ums Leben, 304 überlebten.

  • Arbeiter einer Kohlemine sollen den Unglücksort absuchen. Ukrainische Behörden haben nach wie vor keinen Zugang.
    foto: ap/lovetsky

    Arbeiter einer Kohlemine sollen den Unglücksort absuchen. Ukrainische Behörden haben nach wie vor keinen Zugang.

  • Pressekonferenz mit dem malaysischen Verkehrsminister.
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    Pressekonferenz mit dem malaysischen Verkehrsminister.

  • Wladimir Putin macht den militärischen Einsatz der Ukraine dafür verantwortlich, dass es zu dem Unglück kam.
    foto: apa/epa/babushkin

    Wladimir Putin macht den militärischen Einsatz der Ukraine dafür verantwortlich, dass es zu dem Unglück kam.

  • Überreste der Maschine.
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    Überreste der Maschine.

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    In der Ukraine wird der Opfer gedacht.

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    Bilder vom Absturz. 

  • Erste Fotos von der Absturzstelle.
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    Erste Fotos von der Absturzstelle.

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  • Vor die niederländische Botschaft in Kiew wurden am Donnerstagabend hunderte Blumen gelegt.
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    Vor die niederländische Botschaft in Kiew wurden am Donnerstagabend hunderte Blumen gelegt.

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