Microsoft streicht 18.000 Stellen

17. Juli 2014, 14:29
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Hauptsächlich Nokia-Mitarbeiter betroffen - Android-Phones werden zu Lumias mit Windows Phone

Die massiven Stellenkürzungen bei Microsoft sind bereits in den vergangenen Tagen durchgesickert. Nun wurde das gesamte Ausmaß bekannt. In einem Memo, das CEO Satya Nadella am Donnerstag an die Angestellten verschickte, wurde die Einsparung von bis zu 18.000 Stellen innerhalb eines Jahres bekanntgegeben.

12.500 Nokia-Mitarbeiter

Allein 12.500 Mitarbeiter von Nokia sind von den Kürzungen betroffen, darunter auch Fabrikarbeiter. Die meisten der betroffenen Mitarbeiter sollen in den kommenden sechs Monaten benachrichtigt werden. Es ist der bisher größte Stellenabbau für den Konzern.

Von Android wieder zu Windows Phone

Zudem dürften die Android-Smartphones wieder eingestellt werden. Nokia hat in den letzten Monaten mit dem X und dem X2 zwei günstige Modelle auf Basis des Google-Betriebssystems auf den Markt gebracht. In dem Memo schreibt Nadella, dass "ausgewählte X-Produkt-Designs" in die Lumia-Serie integriert werden und zukünftig auf Windows Phone laufen sollen.

7,2 Milliarden Dollar für Übernahme

Microsoft hatte den einstigen Handy-Platzhirsch Nokia erst im April für 7,2 Milliarden Dollar übernommen. Die Amerikaner hatten angekündigt, binnen 18 Monaten nach Abschluss des Geschäfts jährlich 600 Millionen Dollar einsparen zu wollen.

Strategiewechsel

Mit der Übernahme des Handypioniers wechselten im Frühjahr 25.000 Nokia-Angestellte zum weltgrößten Software-Hersteller, davon 4.700 in Finnland. Seitdem beschäftigt Microsoft mit 127.000 Personen weit mehr Mitarbeiter als Rivalen wie Apple und Google. Diese laufen dem Konzern im Zeitalter von Smartphones und mobilem Internet zunehmend den Rang ab. So trat der neue Microsoft-Chef Nadella auch mit dem Ziel an, das Unternehmen mit einer neuen Palette von Online-Diensten, Apps und Mobilgeräten fit für die Zukunft zu machen.

Weitere Details der Strategie sollen bei Bekanntgabe der Quartalszahlen am Dienstag folgen.

Keine Zahlen für Österreich bekannt

Eine Stellungnahme zu etwaigen Stellenkürzungen in Österreich konnte Microsoft-Sprecher Thomas Lutz auf Anfrage des WebStandard vorerst nicht abgeben. Man kann wohl davon ausgehen, dass die österreichische Niederlassung mit insgesamt 400 Mitarbeitern kaum betroffen sein wird. Im Zuge der Übernahme wechselten nur sehr wenige Mitarbeiter von Nokia Österreich zum Softwarekonzern. (Birgit Riegler/Reuters, derStandard.at, 17.7.2014)

  • Microsoft steht vor dem größten Stellenabbau in seiner Geschichte.
    foto: ap

    Microsoft steht vor dem größten Stellenabbau in seiner Geschichte.

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