Frauenanteil in Dax-Vorständen sank auf 5,5 Prozent 

17. Juli 2014, 13:52
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Während die einen hoffen, dass es sich bei den Dax-Vorständen nur um ein vorübergehendes Tief handelt, steigt der Frauenanteil in den Dax-Aufsichtsräten weiter

Der Frauenanteil in den 30 Dax-Unternehmen ist einer Studie zufolge gesunken. Unter den insgesamt 183 Vorständen seien nur noch zehn Frauen, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Donnerstag in Berlin mit. Das entspreche einem Anteil von 5,5 Prozent. Ende 2013 habe er noch bei 6,3 Prozent gelegen.

Das entspricht in etwa auch den Werten in Österreich. 2013 betrug der Frauenanteil in den 200 umsatzstärksten heimischen Unternehmen laut eine AK-Studie 5,6 Prozent, in den Aufsichtsgremien 13,5 Prozent.

"Erneut bestätigt sich, dass eine nachhaltige Veränderung hin zu mehr Frauen in Vorständen der großen börsennotierten Unternehmen kein Selbstläufer ist", sagte die DIW-Forschungsdirektorin für Gender Studies, Elke Holst.

Mit Elke Strathmann (Continental), Marion Schick (Deutsche Telekom) und Angela Titzrath (Deutsche Post) seien im ersten Halbjahr drei weibliche Vorstände gegangen. Neu hinzugekommen sei Doris Höpke bei der Münchener Rück. "Ich bin zwar zuversichtlich, dass es sich bei dem Rückgang des Frauenanteils in den Vorständen um ein vorübergehendes Tief und nicht um einen generellen Rückwärtstrend handelt", so Holst.

In den Dax-Aufsichtsräten stieg der Frauenanteil hingegen weiter - und zwar um 2,8 Punkte auf 24,7 Prozent. "Diese positive Entwicklung zeigt, dass verstärkte Bemühungen um mehr Frauen in Aufsichtsräten durchaus erfolgreich sein können", ergänzte Holst.

Die Arbeitnehmerseite stelle zwar noch immer die Mehrheit der weiblichen Mitglieder, doch hole die Kapitalseite auf: Mittlerweile entsendet sie mit 48 von insgesamt 109 fast die Hälfte aller weiblichen Aufsichtsräte. (APA, 17.7.2014)

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