Ukraine im Fokus bei Besuch des slowakischen Präsidenten Kiska

17. Juli 2014, 14:30
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Andrej Kiska traf Fischer und Faymann - Fischer zu Nahost-Konflikt: Bruch der Waffenruhe "unmenschlich"

Wien - Der neue slowakische Präsident Andrej Kiska hat am Donnerstag seinen ersten offiziellen Arbeitsbesuch in Österreich absolviert. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundespräsident Heinz Fischer betonten beide Teilnehmer das gute und freundschaftliche Verhältnis zwischen Österreich und der Slowakei. Die bilateralen Beziehungen würden sich gut entwickeln und der wirtschaftliche Austausch kontinuierlich wachsen, sagte Fischer.

Beide Länder hätten zudem durch den Beitritt zur Europäischen Union gewonnen, momentan stünden die Postenbesetzungen in der EU-Kommission im Vordergrund. Fischer sagte, dass das Scheitern des ersten Anlaufs keine Überraschung gewesen sei. Es dürfte sich "über den Sommer bis in den Herbst hinein ziehen", bis die letzten personellen Entscheidungen gefallen seien, so Fischers Einschätzung.

Sanktionen gegen Russland "notwendig"

Gesprächsthema war auch die Ukraine-Krise und die neuen gegen Russland verhängten EU-Sanktionen. Kiska bezeichnete diese als "momentan ausreichend", sie könnten sich aber steigern, je nachdem wie sich die Situation entwickle. Fischer sagte, dass der Dialog prinzipiell im Vordergrund stehe, Sanktionen jedoch "Teil der momentanen Notwendigkeit" seien.

Fischer äußerte sich außerdem zum Nahost-Konflikt und bezeichnete es als Tragödie, dass nicht einmal eine kurze Waffenruhe eingehalten werden könne. "Das ist falsch und unmenschlich", so Fischer. Zudem müsse dafür gesorgt werden, "dass Aktion und Reaktion in Ausgewogenheit zueinander stehen".

Am Nachmittag stand für Kiska auch noch ein Gespräch mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) auf dem Programm. (maa, derStandard.at, 17.7.2014)

  • Der slowakische Präsident Andrej Kiska mit Bundespräsident Heinz Fischer am Donnerstag in Wien.
    foto: epa/bundesheer/peter lechner

    Der slowakische Präsident Andrej Kiska mit Bundespräsident Heinz Fischer am Donnerstag in Wien.

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