Burgtheater-Chefsuche: Rhomberg bringt Föttinger ins Spiel

17. Juli 2014, 12:25
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Gert Voss' Platz in der Findungskommission wird nicht nachbesetzt

Wien - Der interimistisch bestellte neue Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, Günter Rhomberg, bringt Herbert Föttinger als möglichen Burgtheater-Chef ins Spiel. Im Interview mit dem Magazin "News" empfiehlt der 76-Jährige den künstlerischen Leiter des Theaters in der Josefstadt der Findungskommission: "Die Kommission müsste unbedingt mit ihm reden."

"Für die 'Josefstadt' wäre sein Abgang nicht einfach, aber lösbar", sagt Rhomberg, der der Josefstadt-Stiftung seit 2005 vorsteht. Föttinger sei als Nachfolger des im Zuge des Finanzskandals entlassenen Matthias Hartmann jedenfalls geeignet: "Er ist ein künstlerischer Mensch mit Visionen und ein Zahlenmensch, der jeden Morgen über die Kassa vom Vorabend Bescheid weiß."

Aus Sicht Rhombergs spricht noch ein weiterer Umstand für Föttinger: "Es ist nicht die schlechteste Idee, einen Österreicher zu fragen. Denken wir an Robert Meyer, der die Volksoper, das schwierigste Haus der Gruppe, aus dem Stand übernommen hat und mit Enthusiasmus sehr gut führt." Meyer ist allerdings Deutscher und wurde im bayerischen Bad Reichenhall geboren.

Findungskommission 

In jedem Fall ist für die Suche nach dem Hartmann-Nachfolger die sechsköpfige Findungskommission zuständig, der bis zu seinem überraschendem Tod am Sonntag auch der Schauspieler Gert Voss angehörte. Dessen vakante Stelle werde nun nicht nachbesetzt, sagte Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) der "Tiroler Tageszeitung" vom Donnerstag: "Ich könnte eine Nachbesetzung schon emotional nicht durchführen - und ich will es auch nicht. Die Kommission wird ihren Bericht trotzdem Ende September abliefern. Ich hatte am Montag ein Gespräch mit Hermann Beil. Beil hat mir versichert, dass er die Überlegungen und Vorstellungen von Gert Voss genauestens kennt und sie auch in der Kommission vertreten wird."

Laut "News" soll sich Voss zuletzt für den Verbleib der  Interimsdirektorin Karin Bergmann ausgesprochen haben, nachdem Thomas Ostermeier und Frank Baumbauer nicht zu begeistern gewesen seien. Skeptischer zeigte sich da Bundestheater-Chef Rhomberg: "Wenn sie sich nicht bewirbt, wird sie auch nicht bestellt." Bergmann hatte erklärt, sich nicht beworben zu haben. (APA, 17.7.2014)

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