Kampfjet abgeschossen, ukrainische Regierung beschuldigt Russland

17. Juli 2014, 15:44
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Armeesprecher: Su-25 wurde von Rakete aus russischem Kampfjet getroffen

Kiew - Die ukrainische Armee hat am Donnerstag gemeldet, dass eines ihrer Kampfflugzeuge in der Nacht auf Mittwoch von einem russischen Kampfjet abgeschossen worden sei. Die Su-25, die Luftangriffe auf prorussische Rebellen in der Ostukraine flog, sei von einer Rakete getroffen worden, hieß es. Der Pilot konnte sich demnach mit dem Fallschirm retten.

Die Rebellen geben an, bei Kampfhandlungen um den Grenzübergang Mariniwka diese Woche zwei Su-25 abgeschossen zu haben. Der zweite Abschuss wurde mittlerweile von Regierungsseite bestätigt: Die Maschine sei von einer Rakete getroffen worden, habe aber sicher landen können.

Zweiter Abschuss in dieser Woche

Ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungs- und Sicherheitsrats sprach von einer "erneuten Provokation". Erst am Montag hatte die Ukraine Russland vorgeworfen, eine Militärmaschine vom Typ AN-26 abgeschossen zu haben. Das Transportflugzeug sei in großer Höhe vermutlich von einer Luft-Luft-Rakete eines russischen Kampfflugzeugs getroffen worden, erklärte ein Militär damals.

Vier der acht Besatzungsmitglieder konnten demnach lebend gerettet werden, zwei wurden von den Separatisten gefangen genommen, und zwei kamen bei dem Absturz ums Leben. Russland hat auf die Vorwürfe bisher nicht reagiert.

Separatisten sprechen von Kampferfolgen

Die Separatisten sprechen von neuen Kampferfolgen und Landgewinnen gegen die Regierungstruppen. In den Gebieten Luhansk und Donezk seien einzelne Stadtteile und Ortschaften wieder unter Kontrolle der Aufständischen, teilten sie am Donnerstag mit. Die Regierungstruppen seien zurückgedrängt worden.

Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Bei den Kämpfen habe es erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben, teilten beide Seiten mit. Konkrete Zahlen lagen zunächst nicht vor. "Wir wissen, dass es Verluste gibt. Die Kämpfe dauern an. Unsere Leute halten sich. Aber es ist sehr schwer", sagte Andrej Lyssenko vom Sicherheits- und Verteidigungsrat.

Das Innenministerium rief die Bürger in Donezk und Luhansk erstmals auf, sich selbst gegen die Aufständischen zu wehren. Es verwundere ihn, dass sich in einer Millionenstadt wie Donezk, in der "starke Männer, Bergarbeiter, mutige Menschen" leben, niemand den bewaffneten Eindringlingen entgegenstelle, sagte Berater Sorjan Schkirjak. Er hoffe, dass sich der "Widerstand von Patrioten im Inneren" bilde, um der Armee bei der Befreiung der Stadt zu helfen. (APA/Reuters, 17.7.2014)

  • Zwei ukrainische Su-25 auf einem Archivbild.
    foto: epa/sergey popsuevich

    Zwei ukrainische Su-25 auf einem Archivbild.

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