Wenn der Schlafrhythmus aus dem Takt ist 

17. Juli 2014, 12:15
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Urlaubszeit ist für viele auch Jetlag-Zeit - Tageslicht, frische Luft und Flüge untertags helfen

Eine Fernreise kann den Schlafrhythmus völlig aus dem gewohnten Gleichgewicht bringen. "Mit einem Jetlag-Syndrom müssen sich vor allem jene Personen auseinander setzen, die Fernreisen entlang der Längengrade unternehmen, also mehrere Zeitzonen in westliche oder östliche Richtung überfliegen", erklärt Rudolf Vikydal von der Internen Abteilung im Steyrer Spital in einer Aussendung des Krankenhauses. Befindet man sich etwa über zwölf Stunden in der Luft, stimmt der sogenannte circadianer Rhythmus nicht mehr mit den gewohnten Abläufen überein.

Häufige Beschwerden

"Es handelt sich hierbei um eine Periode, die ungefähr 24 Stunden umfasst und eine Vielzahl an körperlichen Funktionen reguliert wie beispielsweise den Blutdruck, die Herzfrequenz, die Körpertemperatur oder auch die Ausschüttung verschiedenster Hormone", sagt Vikydal. Wird dieser natürliche Rhythmus gestört, tritt Jetlag auf. Beim Jetlag machen sich ein starkes Erschöpfungsgefühl bei gleichzeitig auftretenden Schlafstörungen, Schwindel, Stimmungsschwankungen, einer verminderte Reaktionsfähigkeit, Konzentrationsprobleme sowie Hungergefühle und Verdauungsprobleme zu den unpassendsten Zeiten bemerkbar. Die Symptome werden von den Menschen sehr unterschiedlich wahrgenommen.

Für ältere Personen sind Fernreisen durch mehrere Zeitzonen oft ein größeres Problem als für jüngere Menschen. Aber auch die persönliche Gesundheit und die private Belastungssituation vor dem Abflug spielen eine Rolle. Einfluss auf die Ausprägung der Beschwerden des Jetlag-Syndroms nimmt aber vor allem auch die Flugrichtung. "Wer Richtung Osten fliegt 'verkürzt' seinen Tag", so der Internist, "in der Regel fällt es den meisten Menschen schwerer, früher aufzustehen, als länger aufzubleiben, wie es in Flugrichtung Westen der Fall ist."

Was hilft bei Jetlag? 

  • Tagsüber fliegen. Tagesflüge werden in der Regel besser vertragen als Nachtflüge.
  • Es empfiehlt sich, die Einschlafzeit schon kurz vor der Reise an die Urlaubszeit anzupassen (später nach Westen, früher nach Osten).
  • Die Uhrzeit schon während des Fluges auf Ortszeit umstellen um sich möglichst rasch an die neue Zeit anzupassen. Das heißt: dann essen und schlafen, wenn am Zielort Essens- oder Schlafenszeit ist.
  • Das Tageslicht sollte möglichst genutzt werden. Auch sollte man sich viel im Freien aufhalten, das unterstützt den Organismus bei der Umstellung.
  • Auf die Ernährung achten: Kohlehydrate machen müder, eiweißreiche Kost, Kaffee oder Schwarztee beleben den Körper.
  • Wenn  Medikamente eingenommen werden und die Einnahme an einen Tagesrhythmus angepasst ist (Diabetiker, Minipille etc.): Rechtzeitig den/die Arzt/Ärztin aufsuchen, um die bestmögliche Anpassung an den neuen Tagesrhythmus zu planen.
  • Schonung in den ersten Tagen nach einem Fernflug, Aktivitäte langsam angehen. (red, derStandard.at, 17.7.2014)
  • Flüge über zwölf Stunden können den Schlafrhythmus aus dem Ruder laufen lassen.
    foto: apa/daniel naupold

    Flüge über zwölf Stunden können den Schlafrhythmus aus dem Ruder laufen lassen.

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