Website sammelt gelöschte Google-Links

17. Juli 2014, 10:22
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Betreiber wollen "Zensur" durch umstrittenes Urteil des Europäischen Gerichtshofs dokumentieren

Eine neue Website möchte dokumentieren, welche Links bislang aufgrund des sogenannten "Recht auf Vergessens“ von Google gelöscht worden. Damit wollen die Betreiber gegen "Zensur“ durch den Europäischen Gerichtshof protestieren: Dieser hatte entschieden, dass Personen die Entfernung potenziell rufschädigender Links aus Suchmaschinen verlangen können.

Kontroverse

Das Urteil war unter Datenschützern und Aktivisten zwiespältig aufgenommen worden: Einige sahen eine Stärkung der Persönlichkeitsrechte, andere die Meinungsfreiheit in Gefahr. Besonders kritisiert wird die Entfernung von Links auf Medienberichterstattung: Bislang waren neun Medien betroffen, darunter der britische Guardian sowie der Spiegel und die taz.

Pressefreiheit?

Die taz thematisiert Googles Vorgehen nun selbst und fragt, ob die Pressefreiheit in Gefahr sei. Die Berliner Tageszeitung kritisiert, dass Google nicht transparent begründet, wann Links gelöscht werden. Im Fall der taz handelt es sich um einen Artikel über Neonazis und die NPD, der nun nicht mehr erreichbar ist. Den Spiegel erwischte es mit einem Bericht über Scientology.

Suchbegriffe entscheiden

Allerdings werden die Links offenbar nicht vollständig aus Google gelöscht – vielmehr sind sie nur über bestimmte Suchanfragen nicht mehr erreichbar. Auch diese Suchbegriffe möchte hiddenfromgoogle dokumentieren. Fraglich bleibt allerdings, ob die Seite selbst nicht vom Netz genommen werden muss. (fsc, derStandard.at, 17.7.2014)

  • Google hat sich selbst gegen das EuGH-Urteil ausgesprochen
    foto: ap/sanchez

    Google hat sich selbst gegen das EuGH-Urteil ausgesprochen

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