Wohnkosten treiben Inflation auf 1,9 Prozent

17. Juli 2014, 10:30
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Haushaltsenergie verteuerte sich nur moderat. Ohne die Wohnausgaben wäre die Teuerung bei 1,5 Prozent

Wien - Die Teuerung hat sich in Österreich leicht erhöht. Im Juni ist die Jahresinflationsrate von 1,8 auf 1,9 Prozent gestiegen. Grund dafür war laut Statistik Austria stärkerer Anstieg bei den Kosten für "Wohnung, Wasser, Energie" und Beherbergungsdienstleistungen. Ohne Ausgaben für Wohnen hätte die Inflation nur 1,5 Prozent betragen.

Die Teuerung für den täglichen Einkauf (Mikrowarenkorb) lag im Juni im Vergleich zum Vorjahr mit 3,2 Prozent deutlich höher als der Anstieg des Verbraucherpreisindex (VPI) von 1,9 Prozent. Der Mikrowarenkorb enthält überwiegend Nahrungsmittel und soll den täglichen Einkauf widerspiegeln, im Mai lag der Preisanstieg noch bei 3,8 Prozent.

Im Mikrowarenkorb sind aber nicht alle Nahrungsmittel enthalten und auch Ausgaben für Nicht-Nahrungsmittel (u.a. Tageszeitungen +5,3 Prozent, belegtes Gebäck im Außerhauskonsum +3,3 Prozent, Melange im Kaffeehaus +2,2 Prozent) enthalten.

Niedrigere Teuerung bei Nahrungsmitteln

Während die Nahrungsmittelpreise im Zwölfmonatsabstand um durchschnittlich 1,8 Prozent stiegen, lag der Preisanstieg bei Milch, Käse und Eier im Juni mit insgesamt plus 6,2 Prozent deutlich höher. Fleisch sowie Brot und Getreideerzeugnisse kosteten jeweils plus 1,7 Prozent mehr, Obst (+0,3 Prozent). Gemüse verbilligte sich im Juni im Jahresabstand jedoch um 5,1 Prozent.

Die Teuerungsrate bei Nahrungsmitteln lag erstmals seit April 2012 wieder unter der Gesamtinflationsrate, so die Statistik Austria am Donnerstag in einer Mitteilung.

Der Miniwarenkorb, der einen wöchentlichen Einkauf abbilden soll und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, verteuerte sich im Zwölfmonatsvergleich um 1,6 Prozent (Mai: 1,8 Prozent). Der Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH 2010) erhöhte sich im Juni um 1,9 Prozent (Mai 1,8 Prozent) und lag damit auf dem Niveau des nationalen VPI.

Höhere Mieten

Den stärksten Einfluss auf die gestiegenen Wohnausgaben hatten im Jahresabstand höhere Wohnungsmieten (+3,8 Prozent) sowie Preisanstiege für die Instandhaltung von Wohnungen (+2,4 Prozent). Haushaltsenergie verteuerte sich insgesamt nur moderat (+0,5 Prozent). Bei festen Brennstoffen lag die Teuerung bei 4,9 Prozent; Fernwärme (+1,2 Prozent), Strom (+0,2 Prozent), Heizöl (-0,1 Prozent), Gas (-0,5 Prozent).

Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich laut Statistik Austria um 5,3 Prozent. Im Mai hatte sich das Plus nur auf 3,0 Prozent belaufen. Bei diesen Ausgaben dürfte sich im Zwölfmonatsvergleich ein saisonaler Basiseffekt ausgewirkt haben, da Pfingsten und Fronleichnam heuer in den Juni gefallen seien, so die Statistiker am Donnerstag in einer Aussendung.

Der für die Eurozone errechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs lag im Juni um 1,7 (Mai: 1,5) Prozent über Vorjahr. (APA, 17.7.2014)

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