Tote bei Taliban-Angriff auf Kabuler Flughafen

17. Juli 2014, 11:22
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Vierstündiges Gefecht - Flugverkehr eingestellt

Kabul - Ein Selbstmordkommando der Taliban hat den internationalen Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul angegriffen. Der Angriff endete nach einem mehrstündigen Feuergefecht mit dem Tod der Extremisten, die erschossen wurden oder sich selbst in die Luft sprengten.

Das Innenministerium teilte mit, die Kämpfer seien gegen 04.30 Uhr in ein im Bau befindliches Gebäude am Rand des Flughafens eingedrungen und hätten unter anderem mit Panzerabwehrraketen das Feuer eröffnet. Ziel sei der militärische Teil des Flughafens gewesen.

Fünf der Rebellen seien bei den fast vierstündigen Gefechten mit den afghanischen Sicherheitskräften getötet worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki. Der sechste Angreifer habe sich in die Luft gesprengt. Ein Polizist sei bei den Kämpfen verwundet worden. Zivilisten seien nicht zu Schaden gekommen.

Nach Angaben des Flughafens wurden am Morgen alle Flüge vorübergehend ausgesetzt. Salangi sagte, den Taliban sei es aber nicht gelungen, Schaden anzurichten. "Unsere Sicherheitskräfte haben eine erfolgreiche Operation gegen die Aufständischen ausgeführt, die jetzt beendet ist." Die Angreifer seien nicht in die unmittelbare Nähe des Flughafens gelangt.

Es war der vierte Angriff in vier Tagen in Kabul. Erst am Mittwoch hatten die Taliban den Flughafen mit Raketen beschossen. Vor zwei Wochen waren bei einem Raketenangriff auf den militärischen Teil ein Hubschrauber beschädigt und zwei Lagerhallen in Brand gesetzt worden.

Der Angriff erfolgte kurz nach Einleitung der Neuauszählung sämtlicher Stimmen der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl von Mitte Juni. Dazu sollen alle 8,1 Millionen Stimmzettel nach Kabul gebracht werden, um dort unter internationaler Aufsicht neu ausgezählt zu werden. Darauf hatten sich die beiden Kandidaten Abdullah Abdullah und Ashraf Ghani auf Vermittlung der USA geeinigt, nachdem es zu heftigem Streit über Wahlfälschungen gekommen war.

Laut der Wahlkommission gewann der frühere Finanzminister Ghani die Wahl, doch warf Abdullah ihm Manipulationen vor und beanspruchte den Sieg für sich. Der frühere Außenminister war aus der ersten Runde mit deutlichem Vorsprung als Sieger hervorgegangen. Er war bereits bei der Wahl 2009 angetreten, hatte sich damals aber nach Vorwürfen der Fälschung aus der Stichwahl gegen Hamid Karzai zurückgezogen. Dieser durfte nach zwei Amtszeiten diesmal nicht erneut kandidieren.  (APA, 17.7.2014)

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