Termiten spüren, aus welcher Richtung eine Gefahr kommt

21. Juli 2014, 12:27
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Forscher finden hochempfindliche Sensoren an den Beinen der Insekten

Bochum - Wenn der Boden erschüttert wird, können Termiten erkennen, aus welcher Richtung die Vibrationen auf sie zukommen. Damit können sie gezielt reagieren: Soldaten wenden sich der potenziellen Gefahrenquelle zu, Arbeiter fliehen.

Der Verhaltensbiologe Wolfgang Kirchner von der Ruhr Universität Bochum wies mit seinem Mitarbeiter Felix Hager erstmals bei Insekten hochempfindliche Sensoren an den Beinen nach, welche die Richtung von Vibrationen des Untergrunds erfassen können. Die Forscher untersuchten südafrikanische Termiten der Art Macrotermes natalensis, wie sie im "Journal of Experimental Biology" berichten.

Vibrationsalarm

"Der Schlüssel ist die sogenannte Laufzeitdifferenz", erklärte Kirchner. "Auch der Mensch kann die geringe Verzögerung, mit der ein Signal das weiter entfernte Ohr erreicht, erfassen und aus der Differenz seine Schlüsse ziehen." Diese Differenz betrage bei Termiten lediglich eine zehntausendstel Sekunde.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Forscher-Duo über die Kommunikationstechnik von Termiten berichtet. Die Tiere bauen viele meterlange Gänge, die die Termitenhügel mit Futterplätzen der Umgebung verbinden. Passiert dort etwas Verdächtiges, schlagen die Soldaten mit dem Kopf auf den Boden und warnen so ihre Artgenossen durch die Vibrationen. "Die wehrhaften "Soldaten" begeben sich dann zum Ort des Alarms, die wehrlosen Tiere bringen sich in Sicherheit", sagte Kirchner.

Überprüfung im Experiment

Aber woher wissen die Tiere, wohin sie laufen müssen? Für den Nachweis ließen die Forscher Termiten-Soldaten über eine kleine, nur einen Millimeter schmale Lücke zwischen zwei Flächen laufen. Die linke Beinreihe befand sich dabei auf der einen Plattform, die rechte auf der anderen Plattform.

Nun wurden per Lautsprecher Vibrationen auf den Flächen erzeugt, allerdings mit einer Minidifferenz von eben jener zehntausendstel Sekunde. Ergebnis: Die Soldaten wandten sich ohne Zögern jener Plattform zu, die zuerst vibriert hatte. (APA/red, derStandard.at, 21. 7. 2014)

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