50 Tote bei Luft- und Drohnenangriff in Pakistan

16. Juli 2014, 11:33
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Großoffensive der Streitkräfte gegen Islamisten

Islamabad -  Bei Bombardements der pakistanischen Luftwaffe und einem US-Drohnenangriff im Grenzgebiet zu Afghanistan sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens 50 Extremisten getötet worden. Die Armee teilte mit, 35 Terroristen seien am Mittwoch bei Luftschlägen ums Leben gekommen, als sie zu fliehen versucht hätten.

Zwei Geheimdienstmitarbeiter sagten übereinstimmend, bei einem US-Drohnenangriff in Nord-Waziristan seien zudem 15 militante Islamisten getötet worden. Das unbemannte Flugzeug habe vier Raketen auf ein Versteck und ein Fahrzeug der Extremisten in der Gegend von Zoi Saidgai im halbautonomen Stammesgebiet von Nord-Waziristan abgefeuert. Bei den meisten Toten habe es sich um Usbeken gehandelt. Ein anderer Sicherheitsbeamter sprach von bis zu 20 getöteten Extremisten. Die unwegsame Bergregion an der Grenze Afghanistans, in der die Regierung nur begrenzte Kontrolle hat, gilt als Rückzugsgebiet der Taliban und anderer Extremistengruppen.

Umstrittene Drohnenangriffe

Der Angriff erfolgte inmitten einer Großoffensive der pakistanischen Streitkräfte, mit der die Rebellen zurückgedrängt werden sollen. Laut dem Sicherheitsbeamten gab es Berichte, wonach Kämpfer aus Miranshah und Mir Ali vor der Armeeoffensive nach Zoi Saidgai geflohen sind. Bei Gefechten im Grenzgebiet zu Afghanistan wurden am Dienstag elf Terroristen und fünf Soldaten getötet, wie die pakistanische Armee in der Nacht auf Mittwoch mitteilte. Bei der seit mehr als einem Monat andauernden Offensive im Stammesgebiet Nord-Waziristan sind bisher nach Militärangaben fast 500 Extremisten und 28 Soldaten ums Leben gekommen.

Washington hatte Berichten zufolge die Drohnenangriffe im Dezember ausgesetzt, um der pakistanischen Regierung Zeit für Verhandlungen mit der Islamistengruppe Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) zu geben. Ein Angriff der Aufständischen auf den Flughafen von Karachi am 9. Juni mit Dutzenden Toten beendete aber die Friedensbemühungen.

Die US-Streitkräfte sehen in den Drohnenangriffen ein wichtiges Mittel im Kampf gegen die Extremisten, die auch in Afghanistan immer wieder Anschläge auf die internationalen Truppen verüben. Bei der Bevölkerung inPakistan sind die Einsätze aber zutiefst verhasst, da sie oft auch unbeteiligte Zivilisten treffen. Die Regierung in Islamabad protestiert regelmäßig gegen die Angriffe, die sie als Verletzung der nationalen Souveränität betrachtet. Berichten zufolge kooperieren aber Militär und Geheimdienst hinter den Kulissen mit den USA. (APA, 16.7.2014)

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