Europacup-Premiere für St. Pölten gegen Plowdiw

16. Juli 2014, 09:49
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Botew Plowdiw wartet am Schwarzen Meer auf Vizecupsieger - Neo-Trainer Wuzow mit St. Pöltner Vergangenheit - Gager: "Wir wollen bestehen und weiterkommen"

Burgas/St. Pölten - Die Premiere auf europäischer Klubebene führt den SKN St. Pölten ans Schwarze Meer. In der zweiten Qualifikationsrunde der Europa League treffen die zum ersten Mal im Europacup spielenden Niederösterreicher auf Botew Plowdiw. Das Hinspiel gegen die finanziell schwer gebeutelten Bulgaren steigt am Donnerstag (18.45 Uhr) in der Küstenstadt Burgas. Das Rückspiel erfolgt am 24. Juli in der NV Arena.

St. Pölten rechnet sich durchaus Chancen auf eine Überraschung aus. Botew, 1912 gegründet und damit der älteste Verein Bulgariens, musste in den vergangenen Wochen einen Aderlass hinnehmen. Nachdem der Hauptsponsor, die Corporate Commercial Bank, von der Nationalbank in die Pleite geschickt wurde, befindet sich der zweifache Landesmeister in monetären Nöten.

Chaotische Zustände

Die besten Akteure wie Bulgariens Teamverteidiger Wesselin Minew oder der tunesische Stürmer Hamza Younes wurden verkauft. Auch Ljuboslaw Penew, der das Traineramt parallel zu seinem Posten als bulgarischer Teamchef übernommen hatte, erklärte nach nur einem Monat seinen Rücktritt. Erst am Montag präsentierte Botew mit Welislaw Wuzow den Nachfolger. Der bald 47-Jährige spielte als Aktiver 1995/96 sogar ein halbes Jahr für den damaligen VSE St. Pölten.

Für St. Pölten ergibt sich ein gewisses Rätselraten. Auf die Bulgaren traf der Erste-Liga-Vertreter zwar in der Sommervorbereitung, beim 2:4 Mitte Juni spielte Botew aber noch in Bestbesetzung. SKN-Trainer Herbert Gager wollte sich mit den aktuellen Problemen des Gegners aber trotzdem nicht groß beschäftigen. "Wir können nur auf uns schauen. Chancenlos sind wir sicher nicht", betonte der seit Sommer in St. Pölten arbeitende Ex-Austria-Coach.

Gegnerbeobachtung

Gager ließ Botew zuletzt in den Erstrundenduellen der Qualifikation gegen Libertas Borgo Maggiore aus San Marino (4:0/h, 2:0/a) beobachten. Zumindest das Rückspiel in der vergangenen Woche sollte Aufschlüsse ergeben haben. SKN-Scout Ernst Scherr sah eine schwere, aber machbare Aufgabe. "Wir wollen bestehen und weiterkommen, die Spieler sind hoch motiviert", versprühte Gager vor dem Abflug Richtung Osten Mittwochvormittag Optimismus.

Sein Team schoss sich zuletzt in der ersten Runde des ÖFB-Cups mit einem 8:0 gegen den Wiener Stadtligisten Admira Landhaus warm. Der Ausflug nach Burgas - das Stadion in Plowdiw wird derzeit renoviert - erfolgt nun vor dem Start in die neue Erste-Liga-Saison. Am Montag trifft St. Pölten zu Hause auf den SV Horn. Die "Wölfe" wollen in allen Bewerben mit gleichem Elan zu Werke gehen.

Duell der Vize-Cupsieger

"Für uns ist der Europacup genauso wichtig wie der Cup oder die Meisterschaft", hielt Gager mit Nachdruck fest. Von Doppelbelastung könne jedenfalls keine Rede sein. "Es wäre auch ein wenig lächerlich, das zu behaupten." Verzichten muss Gager vorerst auf die Mittelfeldspieler Peter Brandl (rekonvaleszent) und David Oberortner (Schambeinentzündung).

Beide Vereine schafften den Sprung in die Europa League über Niederlagen im nationalen Cup-Finale. St. Pölten unterlag im Endspiel ÖFB-Meister Salzburg, Botew dem bulgarischen Champion Ludogorez Rasgrad. (APA, 16.7.2014)

Mögliche Aufstellungen:

Botew Plowdiw (BUL) - SKN St. Pölten
Donnerstag, 18.45 Uhr, Burgas, Stadion Lasur, SR Guida (ITA)

Botew: Stachowiak - Christow, Benga, Tersiew, Filipow - Jirsak, Wasew - Curtean, Ognjanow, Karamfilow - Zwetkow

Ersatz: Dimitrow - Iwanow, Gamakow, Kolew, Jusein, Tschuntschukow

St. Pölten: Kostner - Grasegger, Huber, Wisio, Holzmann - Parada - Ambichl, Hartl, Kerschbaumer - Schibany, Segovia

Ersatz: Riegler - Stec, Starkl, Hofbauer, Kragl, Noel, Fucik

Es fehlen: Brandl (rekonvaleszent), Oberortner (Schambeinentzündung), Drga, Hayden, Schwaiger (alle nicht im Kader)

Rückspiel am 24. Juli (21.05 Uhr) in der NV Arena, der Aufsteiger steht in der dritten von vier Quali-Runden.

  • Marcel Holzmann & Co. wollen nach dem österreichischen auch im europäischen Cup für Überraschungen sorgen
    foto: apa

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