Pulitzer-Preisträger ohne Papiere in USA kurzzeitig verhaftet

16. Juli 2014, 07:34
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Reporter lebt seit über 20 Jahren ohne gültige Papiere in den USA

Los Angeles -  Der preisgekrönte Journalist José Antonio Vargas ist in einer Grenzstadt im US-Bundesstaat Texas vorübergehend festgenommen worden. Der von den Philippinen stammende Pulitzer-Preisträger und Einwanderungs-Aktivist, der seit über 20 Jahren ohne gültige Papiere in den USA lebt, wurde am Dienstag auf dem Flughafen der Stadt McAllen in Gewahrsam genommen, wie die Grenzpolizei bestätigte.

Nach einigen Stunden wurde der 33-Jährige wieder freigelassen. Vargas sei von Grenzbeamten am Flughafen McAllen festgenommen worden, als er in ein Flugzeug nach Los Angeles steigen wollte, teilte seine Organisation Define American mit, die sich für die Rechte von illegalen Einwanderern einsetzt. Der Journalist war demnach mit Mitstreitern in der Stadt an der Grenze zu Mexiko, um auf die Schicksale "von Kindern und Familien" aufmerksam zu machen, "die aus den gefährlichsten Regionen Mittelamerikas" fliehen.

Ohne Papiere zum Pulitzer-Preis

Die USA sehen sich mit einer zunehmenden Zahl von Kindern aus Lateinamerika konfrontiert, die illegal über die südliche Grenze kommen. Seit Oktober flohen 57.000 Minderjährige vor Gewalt und Armut illegal in die Vereinigten Staaten, die meisten von ihnen nach Texas.

Vargas hatte 2011 enthüllt, dass er selbst seit 1993 ohne gültige Aufenthaltspapiere in den USA lebt. Er wurde auf den Philippinen in armen Verhältnissen geboren und als Zwölfjähriger von seiner Mutter zu den in Kalifornien lebenden Großeltern geschickt. Eine Aufenthaltsgenehmigung hatte er nicht. Dennoch machte Vargas Karriere als Journalist und gewann für einen Artikel in der "Washington Post" 2007 den renommierten Pulitzer-Preis.

Seine Festnahme in Texas am Dienstag löste einen Sturm der Entrüstung aus. Unter anderen forderte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio die Freilassung des Journalisten. Er kritisierte die US-Einwanderungsbehörden, die "langjährige Immigranten festhalten, die keine Bedrohung für unsere Sicherheit darstellen". (APA, 16.7.2014)

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