Conte tritt als Juventus-Trainer zurück

15. Juli 2014, 20:51
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Überraschender Schritt des 44-Jährigen, der die Turiner zu drei Meisterschaften in Folge führte - Frust über Transferfehlschläge möglicher Grund

Turin - Antonio Conte ist überraschend als Trainer von Juventus Turin zurückgetreten. Das teilte Italiens Rekordmeister, der sich gerade im Vorbereitungscamps im Trentino befindet, am Dienstag mit. Conte, bis zu seinem Karriereende 2004 bei Juve als Spieler aktiv, hatte die "Alte Dame" 2011 übernommen und zu drei Meisterschaften in Folge geführt.

Noch vor zwei Monaten hatte Juventus den Spekulationen um einen vorzeitigen Abgang ein Ende gesetzt und mitgeteilt, dass der 44-Jährige seinen bis 2015 laufenden Vertrag erfüllen werde.  In den Verhandlungen über die Verlängerung über diesen Zeitpunkt hinaus hatten beide Parteien jedoch keine Einigung erzielen können.

Kaderplanung verläuft nicht nach Wunsch

Dem Vernehmen nach ist Conte nicht einverstanden mit der Transferpolitik der Turiner. Seine Wunschspieler Juan Cuadrado (Fiorentina) und Alexis Sanchez (FC Barcelona/inzwischen Arsenal) bekommt er nicht. Auch der Franzose Patrice Evra, den Conte ebenfalls gerne verpflichtet hätte, wechselte von Manchester United zur AS Roma.

"Es war ein Prozess, in dem die Wahrnehmungen und Gefühle gereift sind, die mich dann zu dieser Entscheidung gebracht haben", sagte Conte in einer Videobotschaft. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat in den letzten beiden Tagen wohl die Personalie Arturo Vidal. Für Conte ist der Chilene ein Schlüsselspieler, der Klub gelobte, den Mittelfeldspieler um jeden Preis halten zu wollen. Manchester United erhöhte das Angebot für Vidal nun auf 45 Millionen Euro - und die Juventus-Führung scheint schwach zu werden.

Ambitionen

Conte nannte den Gewinn der Champions League als großes Ziel seiner Trainerkarriere: "Ich habe sie 1996 als Spieler gewonnen, und irgendwann möchte ich sie auch als Coach gewinnen", sagte Conte und fügte hinzu: "Aber wenn Sie mich fragen, ob das mit Juventus möglich ist, würde ich sagen: Nein."

Zuletzt hatte angeblich der neureiche AS Monaco um den Coach geworben. Angesprochen auf die Spekulationen hatte Conte über sich in der dritten Person gesagt: "Wenn Antontio einen anderen Pfad einschlägt, dann macht er das mit dem größten Respekt vor dem Klub und den Spielern."

Ab sofort gilt Conte auch als Favorit auf den seit der WM freien Posten des italienischen Nationaltrainers. Übernimmt er tatsächlich die Squadra Azzurra, wäre das große Sesselrücken unter der Trainerelite Italiens perfekt. Conte bekäme den Posten von Cesare Prandelli, der Roberto Mancini bei Galatasaray Istanbul beerbte. Mancini wiederum gilt neben dem ehemaligen Milan-Trainer Massimiliano Allegri als Kandidat für das Traineramt bei Juventus. (sid/APA/red, 15.7.2014)

  • juventus

    Ein mitgenommen wirkender Antonio Conte verkündet die Auflösung seines Arbeitsverhälnisses in Turin in "beiderseitigem Einvernehmen".

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