Haiti-Besuch: UN-Chef Ban verspricht mehr Geld gegen Cholera

15. Juli 2014, 18:18
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Appell an "moralische Verantwortung" der Vereinten Nationen - Krankheit könnte duch UNO-Blauhelme ins Land gekommen sein

Port-au-Prince - UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat Haiti mehr Unterstützung im Kampf gegen die seit 2010 in dem Karibikstaat grassierende Cholera-Epidemie zugesichert. Er wolle helfen, umgerechnet 1,6 Milliarden Euro in Fonds für die nächsten zehn Jahre zu sammeln, zitierten haitianische Medien Ban in Port-au-Prince. Der Südkoreaner besuchte am Montag die haitianische Hauptstadt.

Vor seiner Ankunft wies Ban im Gespräch mit einer US-Zeitung auch auf eine "moralische Verantwortung" der Vereinten Nationen gegenüber Haiti hin. Die Weltorganisation wird für den Cholera-Ausbruch Monate nach dem Erdbeben von 2010 verantwortlich gemacht. Ein Bericht von 2013 wirft der UNO vor, Blauhelme aus Nepal hätten die Krankheit ins Land eingeschleppt.

2013 wies die Organisation Forderungen nach Schadenersatz ab. Im März dieses Jahres reichten Opferanwälte eine neue Klage vor einem Gericht in New York ein, wie der Sender Radio Metropole berichtete. Nach aktuellen Zahlen sind in Haiti mindestens 8.500 Menschen an der gefährlichen Durchfallerkrankung gestorben. (APA/red, derStandard.at, 15. 7. 2014)

  • Bei einer Zeremonie wurde der Opfer der Cholera-Epidemie gedacht.
    foto: apa/epa/jean jacques agustin

    Bei einer Zeremonie wurde der Opfer der Cholera-Epidemie gedacht.

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