Neue K1-Kompetenzzentren: Energiespeicher, Gasmotoren und Bio-Carbon

15. Juli 2014, 19:04
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Mit dem "Comet"-Programm fördern Bund und Länder zehn neue Forschungszentren mit 92 Millionen Euro

Wien - Die Sonne scheint nicht immer dann, wenn ihre Energie gebraucht wird. Und zu Zeiten des Spitzenverbrauchs herrscht in der Windenergieanlage vielleicht gerade eine Flaute. Die Umstellung der Elektrizitätsversorgung auf erneuerbare Energien erfordert effiziente Energiespeicher. Überschussstrom solle dafür etwa zur Herstellung von synthetischem Erdgas oder Wasserstoff verwendet werden, um die Energie in dieser Form beliebig transportier- und speicherbar zu machen.

Das ist eines der Ziele des Forschungsprojekts "BE2020_2.0 - Bioenergy 2020+", in dem mehrere wissenschaftliche Partner und Unternehmen kooperieren. Daneben soll noch die Flexibilität bei Biomassebrennstoffen erhöht, Simulationswerkzeuge für die virtuelle Biomassekonversionsanlage entwickelt oder marktfähige Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungssysteme gebaut werden.

Als eines von zehn neuen K1-Kompetenzzentren des Comet-Programms wird das ehrgeizige Forschungsprojekt mit Mitteln der Länder, des Wissenschaftsministeriums und des Infrastrukturministeriums gefördert.

Insgesamt 92 Millionen Euro stehen für die zehn ausgewählten Projekte zur Verfügung, davon sind 61,4 Millionen Bundesmittel. Die jährliche Maximalförderung pro K1-Zentrum durch Bund und Länder liegt bei 2,55 Millionen Euro. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt dagegen mehr als 200 Millionen Euro.

Neben der Bioenergieforschung, wie sie das Forschungsinstitut "Bionenergy 2020+" mit Standorten in Graz in der Steiermark, in Wieselburg in Niederösterreich und in Güssing im Burgenland betreibt, hat eine international besetzte Jury im Rahmen der dritten K1-Ausschreibung eine Reihe von Forschungsvorhaben: Aus dem Bereich der personalisierten Medizin, der Optimierung der Rohstoff- und Abfallverwendung in der Stahlproduktion oder der computerunterstützten Wissensaufbereitung aus großen Datenmengen .

Die Bandbreite ist groß: Im oberösterreichischen Software Competence Center Hagenberg (SCCH) etwa wird an neuen Methoden eines integrierten Softwareentwicklungsprozesses gearbeitet. Im Grazer "LEC EvoLET"-Projekt geht es um die Konzeption neuartiger, gasbetriebener Großmotoren, deren Leistungen an ihre dieselgetriebenen Vorgänger heranreichen sollen. Das Kompetenzzentrum Holz wiederum, an dem Oberösterreich, Kärnten und die Steiermark teilhaben, entwickelt im "Wood-Programm" neue Holzwerkstoffe und Carbon-Verbindungen aus biogenen Ursprungsmaterialien.

Ebenfalls in Kärnten wird im Rahmen des K1-Projekts "Assic" (Austrian Smart Systems Integration Research Center) an der Entwicklung und Fertigung von Mikro- und nanoelektronischen Komponenten, etwa Sensoren und Computersystemen als Teil von Unterhaltungselektronik oder Autos, geforscht.

Evaluierung nach vier Jahren

Von den 14 Forschungsanträgen, die bei der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die das Comet-Programm abwickelt, eingingen, werden die ausgewählten zehn mit maximal 55 Prozent des Gesamtvolumens gefördert. An K1-Zentren müssen mindestens ein wissenschaftlicher Partner, etwa eine Universität und mindestens fünf Unternehmenspartner beteiligt sein. Die Laufzeit beträgt acht Jahre, wobei nach einer Evaluierung im vierten Jahr die Förderung beendet werden kann.

Neben den nun mittlerweile 15 K1-Zentren werden im Rahmen des Comet-Programms fünf K2- und 29 K-Projekte gefördert. Diese verschiedenen Förderungsschienen unterscheiden sich in ihrem Anspruchsniveau, in der Höhe der öffentlichen Förderung und der Laufzeit, wobei die Programmlinie K2 die höchsten Anforderungen betreffend Forschungsleistung und Internationalität stellt. (pum, DER STANDARD, 16.7.2014)

  • Der verbesserte Einsatz von Biomasse ist eines der Forschungsthemen, die im K1-Programm gefördert werden.
    foto: ofi

    Der verbesserte Einsatz von Biomasse ist eines der Forschungsthemen, die im K1-Programm gefördert werden.

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