Bundesliga-Trainer sahen nicht rasend viel Neues 

15. Juli 2014, 14:12
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Schnelles Umschaltspiel und physische Komponente gewinnen zusehends an Bedeutung - Teamgeist steht über Individualisten

Wien - Die WM in Brasilien hat laut Einschätzung der österreichischen Fußball-Trainer keine Revolution im taktischen Bereich gebracht. Tendenzen, in welche Richtung sich das Spiel entwickelt, waren dennoch abzulesen. Die zehn Bundesliga-Trainer sind sich einig: Schnelles Umschaltspiel ist modern. Dazu werde die physische Komponente immer wichtiger.

"Der Trend zeigt schon seit einiger Zeit, dass ein Spieler vom Gesamtpaket in einem Topzustand sein muss - egal ob das den technisch-taktischen Bereich, die Physis oder auch die Mentalität betrifft", erklärte Rapid-Coach Zoran Barisic. "Die physischen Aspekte spielen eine immer größere Rolle", ergänzte Michael Baur von Europa-League-Starter Grödig. "Das Tempo, das da teilweise über das gesamte Spiel gegangen wurde, war phänomenal."

Die Spielgeschwindigkeit sei mittlerweile ein entscheidender Faktor, darüber sind sich die heimischen Experten einig. "Das Umschaltspiel ist enorm wichtig", sagte WAC-Coach Dietmar Kühbauer. "Mit Tempo kann man einen desorientierten Gegner auseinandernehmen. Aber diese Entwicklung ist nicht neu."

"Kein Mittelfeldpressing"

"Es waren keine so laufintensiven Spiele. Ich denke, es war dem Klima geschuldet, dass sich die Mannschaften auch relativ weit zurückgezogen haben", meinte Rieds neuer Cheftrainer Oliver Glasner. "Es ist relativ wenig Pressing gespielt worden, dafür hat das Umschalten nach Ballgewinn noch mehr an Bedeutung gewonnen." Im Ligaalltag - bei anderen klimatischen Bedingungen - könnte auch wieder höher verteidigt werden.

"Es gibt fast kein Mittelfeldpressing mehr", erkannte Wr. Neustadts Heimo Pfeifenberger. Bei den südamerikanischen Mannschaften sei zudem die defensive Dreierkette in Mode gekommen. "

Salzburgs eigenes Süppchen

Salzburg-Trainer Adi Hütter sieht keinen großen Einfluss auf die eigenen Ideen. "Es hat Mannschaften gegeben, die teilweise versucht haben, nach vorne zu verteidigen und nach Ballverlusten relativ schnell umzuschalten. Was das System und teilweise die Spielanlage betrifft, haben wir schon unsere eigene Geschichte", sagte der neue Chefcoach des Meisters.

Individualisten hätten in Brasilien jedenfalls nicht reüssiert, meinte die heimische Trainerriege. "Es war eine WM, bei der die Weltstars nicht in Form waren. Der Teamgeist ist im Vordergrund gestanden", sagte Darko Milanic von Sturm Graz. (APA/red, 15.7.2014) 

  • Das spielerische Gesamtpaket zählt für Zocki Barisic.
    foto: apa/neubauer

    Das spielerische Gesamtpaket zählt für Zocki Barisic.

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