Schwärzer geht's nicht: Forscher erschaffen dunkelste Substanz der Welt

15. Juli 2014, 12:47
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Material aus Nanoröhrchen absorbiert nach Berichten der Techniker 99,96 Prozent des eintreffenden Lichts

London - Britische Wissenschafter haben nach eigenen Angaben das dunkelste Material erschaffen, das heute auf der Erde zu finden ist. Die von Forschern des Nanotechnologie-Unternehmens Surrey Nanosystems entwickelte Substanz soll im Test 99,96 Prozent des einfallenden Lichts absorbiert haben.

Eingesetzt werden könnte das "Vantablack" getaufte Material beispielsweise in der Konstruktion von optischen Geräten für die Astronomie, wo Streulicht eine problematische Rolle spielen kann. Mit "Vantablack" ließe sich so etwa die Sensitivität von terrestrischen und Weltraumteleskopen bedeutend steigern, erläutert Ben Jensen, Cheftechniker bei Surrey Nanosystems.

Als Basis für ihre ultraschwarze Substanz verwendeten die Forscher Kohlenstoffnanoröhrchen, also Graphen-Zylinder aus nur einer Atomlage. Treffen Lichtteilchen auf diese Strukturen, so werden sie von den winzigen Nanoröhrchen gleichsam eingefangen und nicht wieder freigegeben.

Die Grenzen von Schwarz

"Mit diesem Material dürften wir wohl eine Grenze erreicht haben. Viel schwärzer wird es nicht gehen", meint der britische Forscher Stephen Westland von der Leeds University, der an der Entwicklung von "Vantablack" nicht beteiligt war, gegenüber dem "Independent".

Neben den speziellen Möglichkeiten, die das Material für astronomische Instrumente und Infrarotdetektoren in Zukunft bieten könnte, hat "Vantablack" auch Anwendungspotenzial im militärischen Bereich. Erste Bestellungen seien bereits eingelangt, heißt es von einem Vertreter von Surrey Nanosystems. (red, derStandard.at, 15.07.2014)

  • Als würde man in ein bodenloses Loch blicken: Eine Probe von "Vantablack", das nach Angaben der Forscher nur 0,04 Prozent des auftreffenden Lichts reflektiert.
    foto: surrey nanosystems

    Als würde man in ein bodenloses Loch blicken: Eine Probe von "Vantablack", das nach Angaben der Forscher nur 0,04 Prozent des auftreffenden Lichts reflektiert.

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