Nächste Initiative gegen das Binnen-I

15. Juli 2014, 11:04
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Komitee-Chefin fühlt sich durch Brief von Universiätsprofessoren bestärkt - Normungsinstitut beruft Dialogforum ein

Wien - Das sprachliche Gendern sorgt wieder einmal für Wirbel im Land: Nach dem offenen Brief von Sprachkritikern will nun die Leiterin des Komitees zur Regelung des Schriftverkehrs, Walburg Ernst, einen neuen Anlauf für ihre Initiative gegen das Binnen-I starten, berichtete die "Wiener Zeitung" am Dienstag.

Der Entwurf für eine Önorm zu geschlechtergerechter Sprache hatte im Frühjahr für politische Empörung gesorgt, weil darin unter anderem vom Binnen-I abgeraten wird. Das Normungsinstitut Austrian Standards legte den Entwurf daraufhin auf Eis.

"Externen Rückenwind" ortete Ernst aber nun durch den am Montag veröffentlichten Brief von Universitätsprofessoren, Lehrern und anderen Sprachkritikern - darin wird die "Rückkehr zur sprachlichen Normalität" gefordert und der Önorm-Entwurf als Lösung gesehen. "Das zeigt, dass die 1.400 Einsprüche gegen die neue Norm nicht die Mehrheit der Bevölkerung widerspiegeln", meinte Ernst.

Austrian Standards: Privatmeinung von Ernst

Austrian Standards wird Mitte Oktober ein Dialogforum zum sprachlichen Gendern veranstalten. Dass sich die Leiterin des Komitees nach dem offenen Brief in ihrer Initiative gegen das Binnen-I unterstützt fühlt, sei deren eigene Meinung, hieß es am Dienstag.

Austrian-Standards-Sprecher Johannes Stern erklärte: "Wir sind die neutrale Plattform für die Entwicklung von Normen. Wir betreuen die Komitees und sorgen dafür, dass die Verfahren für die Entwicklung einer Norm eingehalten werden. Aber wir sagen nicht wie etwas genormt ist." Das Institut sei weder für noch gegen etwas. Wenn Komiteeleiterin Ernst Rückenwind für den Entwurf sehe, sei das ihre Meinung, aber nicht jene von Austrian Standards.

Im Oktober soll es daher eine Veranstaltung geben, um zu diskutieren, ob das Thema überhaupt "normbar", also in einer Norm zu behandeln ist, und ob eine Annäherung der sehr kontroversiellen Standpunkte überhaupt möglich ist. Sollte das nicht der Fall sein, müsse man "die Reißleine" ziehen, so der Sprecher. (APA, 15.7.2014)

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