Kuratorium für Journalistenausbildung erhält Gütesiegel

15. Juli 2014, 10:52
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Internationales Gütesiegel "LQW" für qualitätssichernde Weiterbildungsorganisation - "Journalist des Jahres" Andreas Koller: "Qualitätsjournalismus nicht bedroht"

Salzburg - Das Kuratorium für Journalistenausbildung (KfJ) hat einen selbst gewählten Stresstest bestanden. Heute, Montagnachmittag, wurde diese österreichweit tätige Weiterbildungsorganisation mit Sitz in Salzburg mit dem "LQW"-Gütesiegel der deutschen ArtSet Forschung, Bildung, Beratung GmbH ausgezeichnet. Damit ist offiziell bestätigt, dass das KfJ Qualitätsjournalismus effektiv fördert.

Das KfJ sei europaweit die erste und einzige Ausbildungsstätte für Journalisten, die von ArtSet, einer international anerkannten Privatorganisation zur Überprüfung von Qualitätsstandards, ausgezeichnet worden sei, erklärte Kirsten Annette Vogel, Supervisorin und Organisationsentwicklerin des KfJ. Und Geschäftsführerin Elisabeth Wasserbauer erklärte, dass elf Bereiche des KfJ überprüft worden seien. "Ein paar Details werden wir durch diese Außenansicht jetzt straffen, schärfen und nachjustieren. Aber das Ergebnis ist eindeutig, organisatorisch und inhaltlich sind wir auf dem richtigen Weg. Die jährlich 70 Kurse für mehr als 1.000 angehende und aktive Journalisten sichern Qualität und entsprechen unserem eigenen Leitbild."

Koller: Qualitätsjournalismus nicht in Gefahr

Andreas Koller, vielfach ausgezeichneter "Qualitätsjournalist" und Vorstandsvorsitzender des KfJ, sagte, er sehe den Qualitätsjournalismus in Österreich nicht bedroht. "Readerscan und Leserforschung bestätigen uns, dass anspruchsvolle, lange und g'scheite Texte zu komplexen Themen auch gelesen werden, wenn sie entsprechend g'scheit geschrieben sind. Natürlich findet Boulevardisierung statt, aber hauptsächlich in den Boulevardmedien und nicht in den Qualitätszeitungen", argumentierte Koller.

"Ich bin da kein Kulturpessimist. Wir müssen nur verstehen, dass die Vermittlung von Informationen an die kommende Generation nicht zwingend nur auf gedrucktes Papier beschränkt sein muss", so der Salzburger. "Ich glaube, die Zahl jener Menschen, die aus einer gedruckten Tageszeitung erfahren haben, dass Deutschland Weltmeister geworden ist, geht gegen null. Daher muss der Qualitätsjournalismus bei allen Themen in die Tiefe gehen, nachfragen, analysieren, kommentieren und Zusammenhänge aufzeigen. Denn wo sonst, wenn nicht im Qualitätsmedium, soll der demokratische Diskurs geführt werden." (APA, 15.7.2014)

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