Wann ist der richtige Moment für Verhandlungen?

15. Juli 2014, 10:54
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Laut einer aktuellen Umfrage sind Arbeitnehmer bei Gehaltsverhandlungen oft zu zaghaft und zu wenig initiativ

Nur 18 Prozent von insgesamt 548 Teilnehmern einer aktuellen Umfrage des Jobportals karriere.at seien von ihrem eigenen Marktwert so überzeugt, dass sie das Gehaltsthema von sich aus und offensiv ansprechen. Die Mehrheit (42 Prozent) nutzt dafür das jährliche Mitarbeitergespräch, das sich dafür, laut Experten aber nur sehr bedingt eignet. Als gute Verhandlungsbasis gelten nämlich Erfolge - am besten gleich mehrere.

Diese strategische Einstellung haben 31 Prozent der Befragten, die immer dann Gehaltsverhandlungen in Angriff nehmen, wenn sie Erfolge aufzuweisen haben. Neun Prozent der Befragten sprechen das Thema Gehalt überhaupt nicht von sich aus an und warten darauf, dass der Arbeitgeber damit auf sie zukommt.

Extreme Wartezeiten vorprogrammiert

Genau darauf aber, so nicht nur Experten, könne man meist sehr lange warten. Denn wie die Befragung von 158 Personalmanagern, Führungskräften und Unternehmern zeige, so die Umfrage weiter, gehen mehr als die Hälfte (59 Prozent) davon aus, dass ihre Mitarbeiter sie auf das Gehaltsthema konkret ansprechen.

Nur ein Viertel der befragten Führungskräfte gibt an, dass die Vergütung im Rahmen des Mitarbeitergesprächs angesprochen werden sollte. Und lediglich zwölf Prozent geben an, dass Unternehmen damit auf ihre Arbeitnehmer zukommen sollten. Bei drei Prozent der Befragten seien planmäßige Gehaltsvorrückungen vorgesehen.

Verhandeln ist Übungssache

In der Regel, so sagen Gehaltsexperten, könne man als Arbeitnehmer sein Gehalt gut einmal im Jahr verhandeln - vor allem dann, wenn es Erfolge vorzuweisen gebe. Zuvor gelte es aber den eigenen Marktwert zu ermitteln - etwa im Gespräch mit Arbeits- oder Studienkollegen.

Zudem könne sich eine Liste mit den Erfolgen der vergangenen ein bis zwei Jahre als nützlich erweisen: Was konnte das Unternehmen durch die erbrachte Leistung einsparen, konnte es gar Geld gewinnen? Nicht zuletzt mache Übung den Meister - im Rollenspiel vor der ersten Verhandlung und danach auch in der Situation selbst - von einer Verhandlungsrunde in die nächste. (red, derStandard.at, 15.7.2014)

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