Tour verliert nächsten Star: Contador gestürzt

14. Juli 2014, 16:11
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Zweifacher Champion muss auf zehnter Etappe aufgeben - Nibali holt sich die Etappe

Champagney - Erst Christopher Froome, jetzt Alberto Contador: Die 101. Tour de France hat nach einem folgenschweren Sturz ihren nächsten Hauptdarsteller verloren. Der 31-jährige Spanier kam am französischen Nationalfeiertag auf der zehnten Etappe in der Abfahrt vom Petit Ballon zu Fall, suchte zunächst noch einmal den Anschluss, stieg aber gut 80 Kilometer vor dem Tagesziel vom Rad.

Der Kapitän des Teams Tinkoff-Saxo nahm zuvor noch seinen Mannschaftskollegen Michael Rogers (Australien) kurz in den Arm und gab ihm einen aufmunternden Klaps auf die Schulter, bevor er in der Abfahrt vom Markstein an die rechte Straßenseite fuhr und anhielt. Danach stiegt er in das von Sportdirektor Bjarne Riis gelenkte Teamfahrzeug.

Den Etappensieg holte sich Vincenzo Nibali. Der Italiener eroberte damit das "Gelbe Trikot" des Gesasmtführenden von Lokalmatador Tony Gallopin zurück. Der Astana-Profi siegte nach 161,5 Kilometern von Mulhouse nach La Planche des Belles Filles vor dem Franzosen Thibaut Pinoit (+15 Sekunden) und dem Spanier Alejandro Valverde (20).

Wunde am Knie

Beim seinem Sturz hatte Tour-Mitfavorit Contador eine blutende Wunde am rechten Knie erlitten, die verbunden werden musste. Auf dem letzten Teilstück durch die Vogesen von Mülhausen zur Planche des Belles Filles (161,5 km) zeigten sein Trikot und die Hose Risse, am linken Oberschenkel hatte Contador eine Schürfwunde.

Mit vier Minuten Rückstand auf das Hauptfeld um seinen italienischen Konkurrenten Vincenzo Nibali (Astana) hatte Contador das Rennen zunächst wieder aufgenommen. Wenig später rief der zweimalige Tour-Sieger noch einmal ein medizinisches Begleitfahrzeug zu sich. Kurzzeitig verringerte Contador mit seinen Helfern den Abstand zwar, doch nach und nach verlor er an Boden und letztlich offenbar auch den Kampfesmut. Wie es zu dem Sturz von Contador kam, war im Fernsehbild nicht zu erkennen.

Optimismus vor den Bergen

Der Spanier hatte sich auf die Berge gefreut, trotz seines bisherigen Defizits auf Nibali. "Jetzt kommt mein Terrain", hatte er gesagt. Die Hypothek von zweieinhalb Minuten wollte er Stück für Stück reduzieren. Bei der kleinen Bergankunft in Gérardmer hatte Contador mit einem winzigen Zugewinn von drei Sekunden begonnen. "Contador sieht sehr stark aus", hatte Nibali danach gesagt.

Contador hatte seinen dritten Tour-Sieg nach 2007 und 2009 fest im Visier, nachdem ihm sein Erfolg 2010 wegen eines Dopingvergehens aberkannt worden war. In den letzten Jahren scheiterte der stets hoch gehandelte Contador an seinen Ansprüchen. 2011 war Cadel Evans außer Reichweite, im Vorjahr hatte er gegen Froome keine Chance.

Gute Form

In den Vorbereitungsrennen hatte der Tinkoff-Kapitän überzeugt, die ganze Saison über war der kletterstarke Spanier stark gefahren und hatte reihenweise Siege errungen. Doch nun ereilte ihn das gleiche Schicksal wie seinen mutmaßlich größten Rivalen Froome, der mit Frakturen an beiden Händen längst zu Hause ist.  (sid - 14.7. 2014)

Radsport-Ergebnisse der Tour de France vom Montag:

10. Etappe (Mulhouse - La Planche des Belles Filles/161,5 km): 1. Vincenzo Nibali (ITA) Astana 4:27:26 Stunden - 2. Thibaut Pinot (FRA) FDJ +15 Sekunden - 3. Alejandro Valverde (ESP) Movistar 20 - 4. Jean-Christophe Peraud (FRA) AG2R gl. Zeit - 5. Romain Bardet (FRA) AG2R 22 - 6. Tejay van Garderen (USA) BMC gl. Zeit - 7. Richie Porte (AUS) Sky 25 - 8. Leopold König (CZE) NetApp 50 - 9. Joaquim Rodriguez (ESP) Katjuscha 52 - 10. Mikel Nieve (ESP) Sky 54. Weiter: 165. Bernhard Eisel (AUT) Sky 32:29 Minuten

Gesamtwertung: 1. Nibali 42:33:38 Stunden - 2. Porte +2:23 Minuten - 3. Valverde 2:47 - 4. Bardet 3:01 - 5. Tony Gallopin (FRA) Lotto 3:12 - 6. Pinot 3:47 - 7. Van Garderen 3:56 - 8. Peraud 3:57 - 9. Rui Costa (POR) Lampre 3:58 - 10. Bauke Mollema (NED) Belkin 4:08. Weiter: 146. Eisel 1:40:28 Stunden

  • Alberto Contador realisiert das Ende seiner Ambitionen bei der diesjährigen Tour de France.
    foto: ap/ena

    Alberto Contador realisiert das Ende seiner Ambitionen bei der diesjährigen Tour de France.

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