Microsofts Patentmacht gegen Android in Zweifel

14. Juli 2014, 14:53
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Finanzinstitution analysiert Patentliste und sieht diese überbewertet - Unternehmen verdient jährlich rund 3,4 Milliarden Dollar mit Android

Auch wenn Microsoft in den vergangenen Jahren einiges investiert hat, um mit Windows Phone einen Konkurrenten zu Android aufzubauen, bleibt ein interessantes Faktum bestehen: Microsoft verdient bestens an Googles mobilem Betriebssystem. Auch wenn es dazu keine offiziellen Zahlen gibt, so gehen aktuelle Schätzungen davon aus, dass Microsoft im Jahr 2013 an die 3,4 Milliarden US-Dollar über Patentabkommen mit Androidherstellern lukriert hat. Diese überweisen bis zu 8 Dollar pro verkauftem Gerät nach Redmond.

Patente

All dies beruht darauf, dass Microsoft eine veritable Patentsammlung gegen Android in zusammengetragen hat, und viele Hersteller damit zu Abkommen “überreden” konnte. Diese Liste ist an sich geheim, und kann also auch nicht von Dritten analysiert werden. Durch eine Veröffentlichung des chinesischen Handelsministerium drang sie aber unlängst nach außen, was die globale Finanzinstitution M-Cam als Basis für eine aktuelle Analyse verwendet hat.

Wert

Und diese kommt zu einem Ergebnis, das nachhaltige Folgen haben könnte, wie ZDNet berichtet: Demnach setzt man den Wert von Microsofts-Patenportfolio weit unter bisherigen Annahmen an. Wie sich herausstelle, seien überhaupt nur 21 Prozent der genannten Patente in die Kategorie “kommerziell” einzuordnen, für die sich Lizenzabkommen verhandeln lassen, so M-Cam.

Abgelaufen

Zudem seien in der Liste eine überraschend hohe Anzahl von aufgegebenen oder abgelaufenen Patenten enthalten, so M-Cam. In den meisten Fällen könnten die Hersteller hier also kostenlose Alternativen aufspüren - so sie die entsprechenden Rechte nicht ohnehin schon besitzen. Desweiteren sollen nicht weniger als 40 der prinzipiell kommerziell verwertbaren Patente von Microsoft auf den Patenten anderer Hersteller basieren - ohne dass Microsoft diesen Umstand erwähnt.

Folgen

Sollte sich die Einschätzung von M-Cam durchsetzen, könnte dies nachhaltige Folgen für Microsoft haben. So würden dann sicher einige Hersteller versuchen, bessere Konditionen für ihr Patentabkommen zu verhandeln - so sie es denn nicht gar auf eine Klärung vor Gericht ankommen lassen wollen. (red, derStandard.at, 14.7.2014)

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    foto: gustau nacarino / reuters
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