Strafgerichtshof: Zypriotische Aktivisten klagen Türkei

14. Juli 2014, 11:59
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Konflikt um Nordteil der Insel - "Siedlungsbewegungen aus der Türkei gefährden Friedensprozess"

Den Haag - Eine Gruppe zypriotischer Aktivisten hat am Montag eine Klageschrift gegen die Türkei beim Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag eingereicht. Es werden eine Untersuchung "türkischer Kriegsverbrechen" und rechtliche Konsequenzen für die "Besetzung" des Nordteils der Mittelmeerinsel gefordert. Zudem wird die "Siedlungsbewegung von Türken aus dem Festland" nach Zypern angeprangert.

In einer Aussendung der Organisation CATWR (Zyprioten gegen türkische Kriegsverbrechen), derer auch der sozialdemokratische zypriotische EU-Abgeordnete Kostas Mavrides angehört, heißt es: "Die Türkei hat seit der Besetzung kontinuierlich Türken aus ländlichen Gebieten des Festlandes zur Besiedlung des besetzten Gebietes rekrutiert, ermutigt und transportiert." Die "kriminellen Akte" stellten eine der "unverfrorensten Siedlungsbewegungen moderner Zeiten dar", kritisieren die Aktivisten.

Vor rund 40 Jahren, am 20. Juli 1974, besetzte die Türkei - in Folge eines Putsches griechischer Offiziere - einen Teil Zyperns und begründete die Türkische Republik Nordzypern, die jedoch nur von der Regierung in Ankara anerkannt wird. Infolge des Putsches und der Kämpfe wurden mehr als 200.000 Menschen zwangsumgesiedelt oder flüchteten. Die Zyprioten, die seit 2004 EU-Mitglied sind, sehen durch die türkischen Siedlungsbewegungen eine mögliche friedliche Beilegung des Konfliktes bedroht. Die jüngsten Friedensverhandlungen von Anfang Juli verliefen ergebnislos. (APA,

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