Boko Haram sagt IS Unterstützung zu

13. Juli 2014, 14:32
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Anführer Shekau bekennt sich in Video zu Anschlägen in Nigeria

Lagos/Bagdad - Die nigerianische Islamistengruppe Boko Haram hat den im Irak vorrückenden Jihadisten ihre Unterstützung zugesagt. In einem Video, das am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP vorlag, bezeichnet Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau den Anführer der radikalsunnitischen Gruppe Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, als einen seiner "Brüder".

"Möge Allah sie schützen", sagt Shekau über al-Bagdadi und auch über Al-Kaida-Chef Ayman al-Zawahiri und Taliban-Führer Mullah Omar. In dem 16-minütigen Video bekennt sich Boko Haram außerdem zu zwei Anschlägen in den nigerianischen Städten Abuja und Lagos am 25. Juni. "Wir waren es, die die Bombe im dreckigen Abuja gezündet haben", sagt Shekau. Bei dem Anschlag auf ein Einkaufszentrum in der nigerianischen Hauptstadt waren mindestens 22 Menschen getötet worden.

Nur wenige Stunden später war das Hafenviertel der Küstenmetropole Lagos von einer Explosion erschüttert worden. Opfer gab es nicht, die nigerianischen Sicherheitsbehörden sprachen von einer Gasexplosion. Bei AFP-Recherchen kam später jedoch heraus, dass es sich um einen Sprengstoffanschlag handelte.

Kampf für islamischen Staat

Auch Boko-Haram-Anführer Shekau sagt in dem Video, dass in Lagos eine Bombe hochgegangen sei. Er selbst habe dem Attentäter den Befehl gegeben. Dass es sich um ein Attentat und nicht um einen Unfall handle, könnten die Behörden vielleicht vor der Bevölkerung geheim halten, "aber nicht vor Allah".

Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat. Bei zahlreichen Anschlägen auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen und Schulen wurden seit 2009 tausende Menschen getötet. Für internationale Empörung sorgte zuletzt vor allem die Entführung von fast 300 Schülerinnen durch die Islamisten.

Mehr als 200 Mädchen werden noch immer vermisst. Der UN-Sicherheitsrat stuft Boko Haram seit kurzem als Terrororganisation ein und führt die Extremisten wegen ihrer Verbindungen zu Al-Kaida auf der Sanktionsliste gegen das Terrornetzwerk. (APA, 13.7.2014)

  • Die Boko-Haram-Führung auf einem Fahndungsplakat.
    foto: reuters/cocks

    Die Boko-Haram-Führung auf einem Fahndungsplakat.

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