Spähsoftware: NSA-nahe US-Firma unterstützt deutsche Behörden

    13. Juli 2014, 09:36
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    Der US-Dienstleister CSC liefert dem Bundeskriminalamt Know-How für Überwachungssoftware

    Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) entwickelt momentan einen neuen Bundestrojaner: Das geht aus einem internen Dokument hervor, über das der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Unterstützung dafür soll sich das BKA ausgerechnet aus NSA-nahen Kreisen holen: Die deutsche Tochter des IT-Konzerns CSC hilft bei der Gestaltung des Spähprogramms mit, heißt es in den Arbeitspapier.

    CSC: In Österreich "ELGA" mitentwickelt

    Die Rolle der Computer Sciences Corporation (CSC) bei der Weitergabe von europäischen Daten ist nach wie vor umstritten. Die deutsche Tochter des US-Unternehmens hat für EU-Mitgliedsstaaten zahlreiche Projekte durchgeführt, etwa den Aufbau eines nationalen Waffenregisters in Deutschland oder die Implementierung neuer Standards bei Personalausweisen. Auch in Österreich war CSC tätig, hier gab es Unterstützung bei der Entwicklung der elektronischen Gesundheitsakte ELGA.

    Auftragnehmer von NSA und CIA

    Gleichzeitig soll CSC einer der Hauptauftragnehmer von NSA und CIA und sogar in Entführungen und Folter involviert gewesen sein. Medienberichten zufolge hat CSC Flugzeuge gebucht, in denen Terrorverdächtige in geheime CIA-Gefängnisse transportiert wurden. Daher riefen Menschenrechtsaktivisten mehrmals zu einem Boykott des Unternehmens auf. Auch die Entwicklung von Spionagesoftware, die von immer mehr Ländern eingesetzt wird, sorgt für hitzige Debatte. (fsc, derStandard.at, 13.7.2014)

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      Das deutsche Bundeskriminalamt will besser überwachen können

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