Projekt "Roadkill": Forscher und Laien sammeln Daten über tierische Straßenopfer

11. Juli 2014, 20:41
26 Postings

In vier Monaten wurden bereits 1.000 bei Unfällen getötete Tiere gemeldet

Wien - Im Zuge eines wissenschaftlichen Mitmachprojekts wollen Forscher der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien mehr darüber erfahren, welche und wie viele Tiere auf Österreichs Straßen ihr Leben lassen. Über eine Online-Plattform können sogenannte "Roadkills" zentral gemeldet werden. So sollen etwa für Tiere besonders gefährliche Straßenabschnitte identifiziert werden, heißt es in einer Aussendung.

An dem Citizen-Science-Projekt namens "Roadkill" kann sich jeder Interessent beteiligen. Begonnen hat das Projekt bereits Anfang März dieses Jahres. Dass es leider viel zu dokumentieren gibt, zeigt die Tatsache, dass allein in diesem Zeitraum schon mehr als 1.000 bei Unfällen getötete Tiere gemeldet wurden. Aktuell seien etwa 280 Teilnehmer auf der Plattform registriert, heißt es seitens der Initiatoren vom Institut für Zoologie der Boku.

Lückenhafte Datenlage

Zwar gibt es offizielle Statistiken zu Unfällen im Zuge derer Tiere zu Tode kommen, diese setzen sich allerdings nur aus Daten zu "jagdbarem Wild", also größere Säugetiere und gelegentlich Vögel zusammen, wird Projektleiter Johann Zaller, Professor für Ökologie an der Boku, zitiert. "Daten zu allen anderen Tierarten - auch zu gefährdeten Tierarten, wie Amphibien oder Igel - fehlen völlig", so der Forscher.

In erster Linie geht es den Wissenschaftern darum, herauszufinden, welche Faktoren dazu beitragen, dass vermehrt Tiere im Verkehr den Tod finden. Die Ergebnisse des Projekts sollen in weiterer Folge auch dazu verwendet werden, um Straßenabschnitte zu identifiziert, an denen die Unfallhäufigkeit besonders hoch ist. Das Wissen darüber könnte genützt werden, um in Zusammenarbeit mit NGOs und Behörden daran zu arbeiten, die Sicherheit für Mensch und Tier zu erhöhen an solchen Stellen zu erhöhen. "Eine unserer Visionen ist auch, die Daten in Navis zu integrieren, damit alle in Zukunft vor Roadkill-Hotspots gewarnt werden und Unfälle vermeiden können", so der am Projekt beteiligte Forscher Florian Heigl.

Die nun für das Projekt eingerichtete Plattform trägt nicht ohne Grund den allgemeinen Titel www.citizen-science.at. Laut Heigl sollen über die Web-Adresse zukünftig mehrere Citizen-Science-Projekte zum Mitmachen einladen. Es gebe bereits Gespräche zur Integration anderer Projekte. (APA, 11.07.2014)

Share if you care.