Studie: Arbeit im Spital macht krank

11. Juli 2014, 20:15
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Arbeiterkammer ließ Vorarlberger Spitäler untersuchen

Feldkirch - Die Arbeitsbedingungen an den Vorarlberger Landeskrankenhäusern müssen verbessert werden. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universität Dresden. Im Auftrag der Arbeiterkammer wurden rund 1500 Krankenhausangestellte befragt.

61 Prozent der Befragten leiden darunter, mehrere Aufgaben gleichzeitig ausführen zu müssen. Rund die Hälfte verspürt hohen Zeitdruck, eine zu große Arbeitsmenge kritisieren 45 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zwei Drittel der Ärztinnen und Ärzte machen 20 und mehr Überstunden pro Monat, bei den Assistenzberufen sind es 47 Prozent, beim Pflegepersonal fast ein Drittel. Die häufigsten körperlichen Symptome durch Überlastung sind Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und schnelles Ermüden. Ein Drittel der Befragten möchte den Job hinschmeißen.

SP und Grüne verlangen neben besserer Führungskultur strukturelle Maßnahmen gegen "Selbstausbeutung und Gesundheitsgefährdung". Etwa eine Akutgeriatrie und eine zweite Krankenpflegeschule.

Landesrat Christian Bernhard (VP) wünscht sich in den Krankenhäusern "eine Kultur gegenseitiger Wertschätzung" und verlangt von der Krankenhausbetriebsgesellschaft ein Maßnahmenpaket. Deren Geschäftsführer Gerald Fleisch verweist auf zahlreiche Aktivitäten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Man arbeite an neuen Arbeitszeitmodellen, habe Karrieremodelle geschaffen, mehr Kinderbetreuungsplätze und biete das Programm "Fit im LKH".

Auf die Arbeiterkammer ist der Manager nicht gut zu sprechen: Sie habe durch die Umfrage, zu der man sie nicht beauftragt habe, Unruhe in die Häuser gebracht. Die Fragestellungen seien tendenziös gewesen. Fleisch vermutet parteipolitisches Kalkül und Wahlkampf hinter der Studie. Die Arbeiterkammer habe durch die Studie schlechte Stimmung gemacht und "Begehrlichkeiten geweckt, die wir nicht erfüllen können". (jub, DER STANDARD, 12.7.2014)

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