Weg frei für Auslieferung des mutmaßlichen Brüssel-Attentäters

11. Juli 2014, 17:21
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Verdächtiger verzichtet auf Rechtsmittel gegen Auslieferungsbeschluss Frankreichs

Nanterre/Brüssel - Der französisch-algerische Jihadist, der beim Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel vier Menschen getötet haben soll, hat seinen Widerstand gegen eine Auslieferung an Belgien aufgegeben. Der 29-jährige Mehdi Nemmouche verzichte letztlich auf Rechtsmittel gegen den richterlichen Auslieferungsbeschluss, teilte sein Anwalt Apolin Pepiezep am Freitag mit.

Das Berufungsgericht von Versailles bei Paris hatte Ende Juni eine Auslieferung des 29-Jährigen an die belgischen Behörden angeordnet. Die Entscheidung des Gerichts sei "befriedigend" gewesen, sagte Pepiezep. Es stelle sicher, dass Nemmouche nicht ohne die Zustimmung der französischen Behörden von Belgien an ein drittes Land ausgeliefert werden könne. Nemmouche fürchtet, Belgien könne ihn nach Israel ausliefern; zwei der Opfer des Anschlags von Brüssel waren Israelis.

Festnahme in Marseille

Nemmouche war knapp eine Woche nach dem Anschlag vom 24. Mai in Marseille festgenommen worden, als er mit einem Reisebus aus Brüssel in der südfranzösischen Hafenstadt ankam. Bei ihm wurden Waffen gefunden, wie sie bei dem Anschlag benutzt worden waren, außerdem eine Speicherkarte mit einem Bekennervideo. Während der tagelangen Verhöre in Frankreich schwieg er beharrlich.

Die belgische Justiz stellte nach Nemmouches Festnahme einen europäischen Haftbefehl aus, auf dessen Grundlage Nemmouche nach Belgien gebracht werden soll. Der Weg für eine Auslieferung ist nun frei. Sobald der Verzicht auf eine Revision von der französischen Justiz formell festgehalten wurde, haben die Behörden zehn Tage Zeit, Nemmouche nach Belgien zu bringen. (APA, 11.7.2014)

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