Ein Wiedersehen alter Bekannter

11. Juli 2014, 13:10
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Vor vier Jahren in Südafrika gewann Deutschland 4:0 gegen Argentinien. Der Stamm beider Mannschaften ist noch derselbe

Das WM-Finale zwischen Deutschland und Argentinien am Sonntag in Rio de Janeiro wird zu einem Wiedersehen alter Bekannter. Im argentinischen WM-Kader stehen acht Spieler, die bei der Schmach vor vier Jahren gegen Deutschland zum Einsatz kamen. Insgesamt erlebten neun Akteure vom heutigen Aufgebot das 0:4 im Viertelfinale am 3. Juli 2010 in Kapstadt unter dem damaligen Trainer Diego Maradona mit.

Bei den Argentiniern stand Sergio Romero bereits im Tor. In der Abwehr spielte Martin Demichelis, damals bei Bayern München, durch. Kapitän war 2010 Mittelfeldchef Javier Mascherano, die Nummer 10 trug Lionel Messi. Für Angel di Maria wechselte Maradona eine Viertelstunde vor Schluss Sergio Aguero ein. In der Startformation standen außerdem Mittelfeldspieler Maxi Rodriguez und Stürmer Gonzalo Higuain. Zu den Ersatztorhütern zählte damals wie heute Mariano Andujar.

Deutschland kaum verändert

Die deutsche Elf von heute unterscheidet sich nur unwesentlich von der damaligen Startformation. Mit Manuel Neuer, Philipp Lahm, Jerome Boateng, Sami Khedira, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Mesut Özil und Miroslav Klose werden acht von elf damals eingelaufenen Akteuren auch am Sonntag von Beginn an erwartet. Toni Kroos wurde vor vier Jahren für Khedira eingewechselt. Die damals durchspielenden Per Mertesacker und Lukas Podolski sitzen im Maracana voraussichtlich auf der Bank.

Messi, Mascherano und Rodriguez hatten auch schon die Niederlage 2006 miterlebt, als Argentinien am 30. Juni in Berlin im Elfmeterschießen ebenfalls im Achtelfinale an Gastgeber Deutschland scheiterte. Der damalige Trainer Jose Pekerman verzichtete allerdings auf Messi. Ebenfalls im damaligen Kader stand Rodrigo Palacio. Für Deutschland spielten Mertesacker, Lahm, Schweinsteiger, Klose und Podolski. (APA, 11.7.2014)


  • Deutschland

Manuel Neuer (28 Jahre): Ob auf der Linie oder als "Torhüter-Libero" - das Prädikat Weltklasse gab es immerzu. Keiner ist besser als der Bayern-Schlussmann, nur vier Gegentore.

Philipp Lahm (30): Erst in der Mittelfeldzentrale, dann rechts hinten Leistungsträger. Der Bayern-Profi ist als Kapitän eine vertraute Konstante.

Jerome Boateng (25): Der Bayern-Verteidiger begann rechts hinten, dann auf seiner geliebten Innenverteidiger-Position. Zweikampfstark, schnell und zuverlässig.

Mats Hummels (25): Abwehrorganisator und Kopfball-Ungeheuer. Beide WM-Tore bejubelte der Dortmund-Verteidiger nach Standards. Verpasste erkrankt das Achtelfinale, laborierte auch vor dem Finale an einer Sehnenreizung im Knie.

Benedikt Höwedes (26): Zum Linksverteidiger umgeschult, bestach der Schalke-Profi durch Konstanz. Nach vorne limitiert, aber in der Defensive ohne Fehl und Tadel.

Sami Khedira (27): In dieser Saison verletzungsbedingt bei Real Madrid kaum im Einsatz, fand mehr und mehr den WM-Rhythmus. Gegen Brasilien top. Fünf Spiele, ein Treffer.

Bastian Schweinsteiger (29): Erst Reservist mit Reha-Programm, dann Führungsfigur. Der ebenfalls vor der WM angeschlagene Mittelfeldstratege vom FC Bayern gab dem deutschen Spiel mehr Struktur.

Toni Kroos (24): Großer WM-Gewinner im deutschen Lager. Soll nach der Endrunde von Bayern zu Real Madrid wechseln. Top-Assistgeber des Turniers, Super-Standards und auch zweifacher Torschütze beim 7:1-Halbfinaltriumph über Brasilien.

Thomas Müller (24): Laufwunder, Lückenreißer, Tor-Phänomen. Der Bayern-Angreifer könnte als Erster die Torjägerkrone erfolgreich verteidigen.

Miroslav Klose (36): Neuer WM-Rekordschütze, nur Lothar Matthäus kam öfter für Deutschland zum Einsatz. Der Mittelstürmer von Lazio Rom will im Finale noch einmal den Tor-Salto zeigen.

Mesut Özil (25): Fremdelt weiter in der Rolle als linke Offensivkraft. Bundestrainer Joachim Löw setzt aber weiter demonstrativ auf den Arsenal-Star. Im Achtelfinale wichtiges Tor gegen Algerien.

  • Argentinien

Sergio Romero (27 Jahre): Galt immer als Schwachpunkt der Argentinier und war zuletzt auch bei seinem Verein AS Monaco meist nur Ersatz. Zwei gehaltene Elfmeter im Halbfinale machten ihn zum Helden.

Pablo Zabaleta (29): Er wird bei Manchester City ständig zum "Spieler der Saison" gewählt, nicht Aguero oder Yaya Toure. Die Fans lieben seinen Kampfgeist und Offensivdrang auf der rechten Seite.

Martin Demichelis (33): Dem routinierten Verteidiger von Manchester City gelang ein spektakuläres Comeback. Drei Jahre lang wurde der ehemalige Bayern-Profi nicht für das Nationalteam nominiert. Jetzt steht er im WM-Finale.

Ezequiel Garay (27): Wurde jedes Jahr mit Clubs wie Manchester United oder Bayern in Verbindung gebracht. Der Innenverteidiger wechselt nach der Endrunde aber von Benfica Lissabon zu Zenit St. Petersburg.

Marcos Rojo (24): Vor der WM als Fehlerquelle ausgemacht, spielt der Profi von Sporting Lissabon eine starke WM. Trainer Alejandro Sabella lobte ihn sogar öffentlich.

Javier Mascherano (30): Messi ist das Herz dieser Mannschaft, aber Mascherano ihr "Symbol" und ihre "Bastion", wie Sabella sagte. Der Barcelona-Profi ist Chef im defensiven Mittelfeld, sehr zweikampfstark und passsicher.

Lucas Biglia (28): Teamkollege vom deutschen WM-Rekordtorschützen Miroslav Klose bei Lazio Rom. Profitierte von den schlechten Leistungen des Ex-Real-Profis Fernando Gago und nutzte seine Chance sehr zuverlässig. Im Halbfinale über 15 Kilometer gelaufen.

Angel di Maria (26): Argentinien hofft auf seine Genesung. Neben Messi ist der Flügelspieler vom Champions-League-Sieger Real Madrid der zweite große Star im Team. Sehr dynamisch, lauf- und dribbelstark.

Ezequiel Lavezzi (29): Ersatz für den verletzten Sergio Aguero. Der Angreifer von Paris St. Germain ist technisch stark und dynamisch.

Lionel Messi (27): "Er ist das Wasser in der Wüste", sagte Sabella über den Kapitän. Messi gewann mit Barcelona dreimal die Champions League, viermal die Wahl zum Weltfußballer und 2008 Olympia-Gold. Nur Weltmeister war er noch nie.

Gonzalo Higuain (26): In den ersten Turnierspielen völlig außer Form. Das Siegestor gegen Belgien war für den Napoli-Angreifer wie eine Erlösung. Gefürchteter Torjäger, einziger kräftiger Mittelstürmer.

  • mekishikojinh

    Vuvuzela-Alarm. So lief die Begegnung 2010 ab.

  • Lionel Messi wurde 2010 auch Jerome Boateng in Schach gehalten.
    foto: apa/ap/dunham

    Lionel Messi wurde 2010 auch Jerome Boateng in Schach gehalten.

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