Umfrage: Autofahrer steigen nur für einzelne Strecken auf Rad um

11. Juli 2014, 12:16
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Radfahrer wünschen sich bessere Infrastruktur

Wien - Autofahrer sind bereit, für einzelne Strecken vom Pkw aufs Fahrrad umzusteigen. Das hat eine market-Umfrage im Auftrag des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) unter 800 Personen, die im Alltag Radfahren, ergeben. Demnach radeln heute zwei Drittel Strecken, die sie früher mit dem Pkw gefahren sind, bei den 45- bis 64-Jährigen sind es sogar fast drei Viertel, so der VCÖ in einer Aussendung.

Insgesamt stellten laut Umfrage 46 Prozent fest, dass sich die Bedingungen zum Radfahren in ihrem Wohnort verbessert haben, bei den über 55-Jährigen sind es sogar 56 Prozent. Der Radler-Boom hält an: Jeder zweite Radfahrer möchte heuer häufiger in die Pedale treten.

Vielfältig mobil

Wer glaubt, Radfahrer und Autofahrer wären zwei verschiedene Gruppen, irrt: 69 Prozent der Radler fahren auch öfters mit dem Auto. Selbst bei jenen, die viel Rad fahren, sind 57 Prozent auch häufig mit dem Auto unterwegs. "Die Menschen sind immer vielfältiger mobil. Das erhöht die Chancen, das Miteinander im Verkehr zu verbessern", so VCÖ-Experte Markus Gansterer. Viele Radfahrer wünschen sich auch eine bessere Verknüpfung von öffentlichem Verkehr und Radfahren.

82 Prozent der Befragten wünschen mehr Radwege entlang von Freilandstraßen, drei Viertel sprechen sich für breitere Flächen und allgemein mehr Platz fürs Radfahren aus und zwei Drittel wollen mehr Abkürzungen, etwa durch die Öffnung von Einbahnen. Jeder zweite wünscht sich mehr Verkehrsberuhigung.

Mehr sichere Abstellanlagen

"Groß ist die Unzufriedenheit mit Anzahl und Qualität der Fahrrad-Abstellanlagen. Sechs von zehn sagen, dass es mehr wettergeschützte und sichere Abstellanlagen braucht", berichtete VCÖ-Experte Gansterer. Nur 21 Prozent sind mit Anzahl und Qualität in ihrem Wohnort zufrieden. 40 Prozent sagen, es gibt zu wenige Fahrrad-Abstellanlagen, 41 Prozent sind mit der Qualität unzufrieden. Jeder dritte sagt, es gibt bei Bahnhöfen und Haltestellen zu wenig Abstellanlagen und 40 Prozent wünschen bei den Geschäften mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.

Auch das Verkehrsklima ist zu verbessern. 42 Prozent erleben andere Verkehrsteilnehmende als wenig rücksichtsvoll und, dass Autos mit zu wenig seitlichem Abstand überholen. Bei den 55- bis 64-Jährigen sind es sogar 46 Prozent. Jeder vierte Radfahrer beklagt mangelnde Verkehrssicherheit im Wohnort, bei den über 65-Jährigen ist es sogar fast jeder Dritte. (APA, 11.7.2014)

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