"Five Fingers": Kein Ort für Höhenangst

16. Juli 2014, 14:00
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Salzkristalle, geklonte Pflanzen und ein Baumkronenweg: STANDARD-Korrespondenten geben Tipps, wo es mit Kindern am schönsten ist. Ein Blick nach Oberösterreich

Glück auf im Salzbergwerk

Mit der Panoramabahn geht es hinauf zum "Mundloch" des Salzbergwerks in Hallstatt, wo mehr als 7.000 Jahre Salz gewonnen wurde. Kilometerlange Stollen führen ins Innere des nunmehrigen Schaubergwerks, heute ein geführter Lehrpfad zum Thema "Weißes Gold". Multimedia-Shows an den einzelnen Stationen beeindrucken ebenso wie der unterirdische Salzsee und die funkelnden Salzkristalle. Zum Schluss der Führung wartet dann die Hauptattraktion: eine 64 Meter lange Bergmannrutsche, die längste Europas. Auf dem Teppich saust man hinab, das Tempo wird dabei gemessen, am Ausgang wartet das entsprechende Erinnerungsfoto.

salzwelten.at


Zum Baden, auch wenn es regnet

Es wurde renoviert und ausgebaut, aus dem Erlebnisbad in Bad Schallerbach entstand vor drei Jahren die "Piratenwelt Aquapulco" mit ständig wachsender Fangemeinde: Fünf Rutschen mit und ohne Reifen, ein 13 Meter hohes Piratenschiff, Kanonen, aus denen es regelmäßig knallt, und Wellen, die ebenso regelmäßig an den seichten Beckenrand schwappen. Dazu noch ein 5-D-Kino (!), die Kids sind stundenlang unterwegs. Eltern, denen das zu umtriebig ist, können in der Zwischenzeit im Relaxium oder Tropicana wellnessen.

piratenwelt.at


Pflanzen klonen im Ars Electronica Center

Einen Roboter programmieren, im Labor eine Pflanze klonen, einen Quadrocopter fliegen, Sounds erzeugen, Comics zeichnen oder mit Licht und Schatten experimentieren. Das Ars Electronica Center (AEC) in Linz offeriert für die Sommerferien immer ein mehrtägiges Programm für unterschiedliche Altersgruppen. Wem die Sommercamps zu lang sind, kann auch nur einen Tageskurs buchen oder eine Abenteuerreise durch das Haus mitmachen. Der Höhepunkt: Deep Space - nirgendwo sonst können Bilder, Filme, Animationen und 3-D-Applikationen in einer solchen Auflösung und Größe in 3-D erlebt werden.

aec.at


Spiel mit den Sinnen

In einer denkmalgeschützten Villa in Rohrbach im oberen Mühlviertel entstand vor zehn Jahren ein Museum für Wahrnehmung. Darin dreht sich alles um die Frage, ist es Illusion oder Wirklichkeit. Dies herauszufinden geht nur, indem man es selber probiert. Nur so lassen sich Sinnestäuschungen erkennen. Professoren und Studenten der Kunstuni Linz haben die "Versuche" dazu entwickelt. Sollte das Wetter nicht ganz zu schlecht sein, gibt es noch einen sechs Kilometer langen Rundwanderweg mit 18 Stationen. Im Park der Villa geht es los.

villa-sinnenreich.at


Energie im Haus erleben

Der Start 2011 war holprig, die hochgesteckten Erwartungen der Betreiber, was die Besucherzahlen betrifft, wurden bei weitem nicht erfüllt. Inzwischen wechselte der Betreiber, und das "Welios Sience Center" in Wels heißt jetzt "Welios.Energie.Erlebnis.Haus". Am ursprünglichen Konzept hat sich aber kaum etwas geändert. Es soll der Spaß an Naturwissenschaften geweckt werden, indem man selber experimentiert. Die erneuerbare Energie steht dabei im Vordergrund, so kann der Besucher etwa mit seiner Muskelkraft Wasser- oder Windkraft "erzeugen". In den Sommerferien gibt es zudem Biomasse- und Solar-Workshops.

welios.at


Baden in Türkis

Na klar, zur Sommerfrische an den Attersee, das gilt natürlich noch immer und nicht nur für die Wiener. Der See mit dem kitschig-türkisfarbenen Wasser ist für ganz heiße Tage das Richtige. Denn Österreichs größtes Binnengewässer schafft es kaum über 23 Grad Wassertemperatur. Aber man kann ja auch mit dem Elektroboot gemächlich über den See schippern, die Kinder am Steuer, die Eltern auf der Rückbank. Öffentliche Badeplätze und Strandbäder gibt es genug. Auch die anderen Salzkammergut-Seen, 20 an der Zahl, sind einen Badetag wert.

salzkammergut.at/seen-und-wassererlebnis.html


Wandern in und auf dem Berg

Eine weitere Möglichkeit, einen brütend heißen Sommertag zu überstehen, ist ein Ausflug in die Höhe, auf den Dachstein/Krippenstein. Mit der Seilbahn geht’s hinauf über 2.000 Meter Höhe. Dann wird marschiert: entweder die kleine Runde zur Aussichtsplattform "Five Fingers" (Schwindelfreiheit ist Voraussetzung) oder aber die längere Variante, der erst im Juni dieses Jahres neu inszenierte Heilbronner Fossilien-Rundwanderweg mit dem acht Meter langen, begehbaren Urzeit-Hai. Was der Fisch auf dem Berg zu suchen hat? In der Urzeit, vor der Auffaltung der Alpen, war der Dachstein Meeresgrund. Der Hai kehrte sozusagen in sein angestammtes Jagdrevier zurück. Wer ganz früh aufbricht, kann vor dem Gipfelsturm noch einen Zwischenstopp einlegen und bei der Mittelstation der Seilbahn Mammut- und Eishöhlen besichtigen. Da dieser Dachstein-Ausflug nicht gerade billig ist, sollte das Wetter auch wirklich passen.

dachstein-salzkammergut.com


Über den Bäumen des Sauwalds

Der Baumkronenweg in Kopfing im Innviertel soll angeblich nicht nur einzigartig in Europa sein, sondern auch der längste der Welt: Wie auch immer, rund einen Kilometer über den Baumwipfeln des Sauwaldes zu gehen beeindruckt. Wenn es auch noch windet, dann schaukeln die Holzstege in bis zu 20 Metern Höhe sacht, aber abenteuerlich. Wer rechtzeitig dran ist, kann auch noch ein Zimmer in einem Baumhotel buchen. Am (Wald-)Boden erfährt man an Stationen Wissenswertes über Holz.

baumkronenweg.at


Discgolf in St. Thomas am Blasenstein

Klingt elitär, ist es aber nicht: Discgolf kommt aus Kalifornien und ist eine anerkannte Sportart. Im Mühlviertel führt quer über Felder und durch Wälder ein Parcours mit 18 Stationen. Aus bis zu 200 Metern Entfernung gilt es eine Wurfscheibe in einen großen Auffangkorb zu platzieren. Wer die wenigsten Würfe benötigt (und die verschossenen Scheiben im Wald am schnellsten findet), gewinnt. Anschließend sollte noch ein kurzer Abstecher in den Ort St. Thomas gemacht werden. In der Pfarrkirche liegt der "Luftg'selchte Pfarrer", ein mumifizierter Leichnam.

kumm-discgolf.at


Linz im Höhenrausch

Alles hat 2009 im Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt angefangen. Da wagte man sich erstmals mit luftigen Konstruktionen auf das Dach des Museumquartiers in Linz. Kunst und Spaß lautete die Idee, und das Konzept ging auf. Seitdem geht es jeden Sommer in Linz hoch hinaus. Im vierten Jahr des Höhenrausches warten heuer auf dem Weg zu den "bewegten Räumen" (so der diesjährige Titel) atmende Wände, weite Schaukeln durch Wasserfälle, erkletterbare Schluchten und ein Riesenbillard.

hoehenrausch.at (Kerstin Scheller, derStandard.at, 16.7.2014)

  • Ein Hai auf dem Berg? In der Urzeit, vor der Auffaltung der Alpen, war der Dachstein Meeresgrund.
    foto: dachstein sakzkammergut

    Ein Hai auf dem Berg? In der Urzeit, vor der Auffaltung der Alpen, war der Dachstein Meeresgrund.

  • In Rohrbach im oberen Mühlviertel befindet sich ein Museum für Wahrnehmung.
    foto: villa sinnenreich

    In Rohrbach im oberen Mühlviertel befindet sich ein Museum für Wahrnehmung.

  • Aufgang zum Baumkronenweg in Kopfing (Innviertel).
    foto: baumkronenweg

    Aufgang zum Baumkronenweg in Kopfing (Innviertel).

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