Singapur verbannt schwule Pinguine aus Bibliotheken

11. Juli 2014, 13:47
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Bilderbücher über Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle aus Nationalbibliothek werden vernichtet

In Singapur hat die Aufsicht der Nationalbibliotheken veranlasst, dass drei Bilderbücher für Kinder, die auch Themen über Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle (LGBT) behandeln, aus dem Bestand genommen und vernichtet werden sollen. Aussortiert werden soll etwa "And Tango Makes Three", ein Buch, in dem in Anlehnung an eine wahre Begebenheit die Aufzucht eines Pinguinbabys durch zwei männliche Pinguine beschrieben wird. In den anderen beiden Büchern werden auch Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern beschrieben.

In einem offiziellen Statement wird das Vorgehen damit begründet, dass die Inhalte der Bücher nicht alterskonform seien und der offiziellen Familienpolitik Singapurs widersprechen würden: "Unser Verständnis von Familie stimmt mit jenem des Sozialministeriums und des Bildungsministeriums überein", hieß es vonseiten der Bibliotheksaufsicht.

Homosexualität illegal

Im Internet reagierten verärgerte Singapurer auf die Aktion unter dem Hashtag #FreeMyLibrary, ein offener Brief  wurde an die Bibliothekare gerichtet.

Homosexualität ist in Singapur rechtlich gesehen illegal, auch wenn es nur selten zu strafrechtlichen Verfolgungen kommt. Diverse LGBT-Aktivisten versuchen seit längerer Zeit, die Tabuisierung zu bekämpfen. Im letzten Monat fand beispielsweise die "Pink Dot"-Parade statt, die allerdings auch Gegendemonstranten religiöser Organisationen auf den Plan rief. (red, derStandard.at, 11.7.2014)

  • Als nicht kindgerecht und alterskonform wird das populäre Bilderbuch "And Tango Makes Three" von der Bibliotheksaufsicht Singapurs bezeichnet.
    foto: ap

    Als nicht kindgerecht und alterskonform wird das populäre Bilderbuch "And Tango Makes Three" von der Bibliotheksaufsicht Singapurs bezeichnet.

  • Veranstaltung der LGBT-Gemeinde in Singapur im vergangenen Monat.
    foto: apa/epa/young

    Veranstaltung der LGBT-Gemeinde in Singapur im vergangenen Monat.

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