Steirische Spitäler bleiben doch geöffnet

11. Juli 2014, 11:25
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Standorte in Bad Aussee und Hörgas-Enzenbach bleiben - Geburtenstationen in Voitsberg, Wagna und Bruck bleiben geschlossen

Graz - Die in den vergangenen Jahren umkämpften steirischen Spitäler in Bad Aussee und Hörgas-Enzenbach bleiben im aktuellen Strukturplan geöffnet. Das hat Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Graz bekannt gegeben. Geschlossen bleiben jedoch die drei Geburtenstationen in Voitsberg, Wagna und Bruck.

Die Evaluierung des regionalen Strukturplans Gesundheit 2011 habe diesen überwiegend bestätigt, es werde aber noch einzelne Beobachtungen geben, so Drexler. Im Fall der Inneren Medizin, die aus dem LKH Stolzalpe abgezogen worden war, wolle man den eingeschlagenen Kurs beibehalten. Ein kolportiertes Zentralspital im Bezirk Liezen sei dagegen vorerst "ferne Zukunftsmusik", sagte der Landesrat.

Bürgermeister protestieren

Die abermals gesunkenen Zahlen bei der Sterblichkeit von Neugeborenen unterstreiche, dass die Schließung der Geburtenstationen sinnvoll war: "Das ist ein eindrucksvolles Zeichen, dass die Maßnahmen in die richtige Richtung gehen", meinte Drexler. Dass ihm deswegen bei der Bürgermeisterkonferenz am Donnerstag "niemand um den Hals fallen wird", sei ihm klar gewesen. Er bedauerte aber, dass manche der Bürgermeister schon vor Ende seiner Ausführungen die Konferenz aus Protest verlassen hatten und sich nicht die neue Perspektive für das LKH Voitsberg anhören wollten: Es soll einen Geriatrie-Schwerpunkt bekommen und Investitionen werden vorgezogen, versprach der Landesrat.

Die Absiedlung der Inneren Medizin vom LKH Stolzalpe in das LKH Judenburg-Knittelfeld habe sich bisher gut entwickelt: "Die Patientenströme bestätigen das, wenngleich der Beobachtungszeitraum da etwas kurz war. Wir werden das weiter beobachten", so Drexler weiter. Für den Doppelstandort des LKH Hörgas-Enzenbach hat die Evaluierung eine Wende gebracht: "Aus fachlichen, medizinischen und auch aus ökonomischen Gründen ist die Entscheidung zur Schließung zu revidieren. Sie ist vorerst bis 2020 verschoben." Das sei auch ein klares Indiz dafür, dass der Standort möglicherweise sogar längerfristig erhalten bleiben könnte.

Spital in Bad Aussee bleibt

Im Bezirk Liezen, der momentan drei verstreute Spitalstandorte in Bad Aussee, Rottenmann und Schladming hat, kam man nach der Prüfung von einem Zentralspital ab: "Bad Aussee wurde im Vorjahr neu eröffnet, das ist funkelnagelneu, die Auslastung gut. Ich möchte es auch weiterhin bespielen, egal was vorher war", stellte Drexler in Anspielung auf die vor Jahren schon einmal geplante Schließung der Chirurgie an. Das chirurgische Programm soll sogar ergänzt werden und demnächst auch Knieprothesen-Operationen im Ausseerland möglich sein. "Jetzt und mittelfristig" wolle man bei den drei funktionierenden Standorten im Bezirk Liezen bleiben.

Insgesamt wurden 24 Projekte und Maßnahmen von der Expertenrunde überprüft. Besonders die Geburtshilfe-Versorgung lag im Zentrum der Evaluierung: "Die Schließung der drei Standorte führte sicher zu keiner Verschlechterung", sagte Gert Klima, Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Steiermark. Ernst Fartek, Geschäftsführer der Kages, sprach von sechs Mio. Euro pro Jahr, die bisher durch die Spitalreform eingespart werden konnten. Damit könne man 100 zusätzliche Ärzte finanzieren.

Beim angestrebten Abbau der Bettenkapazität um rund 700 bis 2020 sei man geblieben, aber mit regionalen Änderungen: Die angepeilten 450 für den Großraum Graz seien "zu hoch gegriffen" gewesen. Bisher wurden seit 2011 exakt 314 Betten eingespart, so Johannes Koinig vom Gesundheitsfonds. Dafür wurde das Angebot der Ambulanzen erhöht.

Lob und Tadel hat es am Freitag nach der Präsentation der Evaluierungsergebnisse für Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) gegeben. Die steirische KPÖ sprach von einer Bankrotterklärung der steirischen Gesundheitspolitik, die steirischen Blauen schätzten die bleibende Schließung der Gebärstation Voitsberg als Fehlentscheidung ein. Die Ärztekammer sah dagegen ein erfreuliches Signal. (APA, 11.7.2014)

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