Stress ist Arbeitsbelastung Nummer eins

13. Juli 2014, 16:05
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Laut einer Studie des Beraters Mercer leiden Arbeitnehmer in Österreich am allermeisten unter Stress. Körperliche Überbelastung oder die ungesunde Arbeitsplatzgestaltung nehmen sich da vergleichsweise fast harmlos aus

Stress durch Zeit- oder Leistungsdruck stellt die größte Belastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich dar. Fast 90 Prozent der mehr als 250 befragten Unternehmen in Österreich geben das an (s. Grafik).

Kürzlich erschien die aktuelle Studie "Mercer Health Management Survey 2014" bezüglich des Stands des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Das Beratungshaus befragte Geschäftsführer, Vorstände, Betriebsräte, Mitarbeiter im HR- und Finanzbereich sowie Arbeitsmediziner. Im Vergleich zum Faktor Stress muten andere (möglicherweise) psychische oder physische Belastungen vergleichsweise harmlos an: Überbeanspruchung des Bewegungsapparats (26 Prozent) oder die "unergonomische Arbeitsplatzgestaltung" (rund zehn Prozent), die noch vor einigen Jahren ganz oben auf den Agenden der Betriebsärzte gestanden hat.

Erhöhung der Produktivität

Das Bewusstsein für das Thema Stress als wichtigen Einflussfaktor in Bezug auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter sei vorhanden, so die Studienautoren, so bieten 40 Prozent der befragten Unternehmen im Rahmen ihrer Gesundheitsprogramme auch Maßnahmen zur Burnout-Prävention an. Besonders engagiert sind die Betriebe nach wie vor in der Gestaltung ergonomischer Arbeitsplätze (knapp 82 Prozent). Auch das Impfen ist laut Studie ebenfalls weitverbreitet (rund 83 Prozent). Ein Viertel der befragten Unternehmen schließt für die Mitarbeiter auch private Krankenzusatzversicherungen ab.

Gesundheitsfördernde Maßnahmen dienen hier nicht allein dem Selbstzweck: Rund 70 Prozent der Befragten wollen damit nicht nur die Krankenstandstage senken, sondern auch die Mitarbeiterbindung stärken. Für 40 Prozent zählen die Steigerung der Produktivität durch gesundheitsfördernde Maßnahmen und die Verringerung von Arbeitsunfällen.

Als bemerkenswert hielten die Studienautoren fest, dass betriebliche Gesundheitsförderung für den Erhalt der Arbeitsfähigkeit im Alter kein zentraler Faktor sei. Trotz demografischer Entwicklung und beobachtbaren Fachkräftemangels waren es im Rahmen der Studie nur 30 Prozent der befragten Unternehmen, die Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit im Alter umsetzten.

Mehr Ressourcen bei Großen

Betriebliches Gesundheitsmanagement sei großteils als Thema etabliert - aber immerhin noch 27 Prozent der befragten Betriebe haben sich diesem Thema noch gar nicht gewidmet. Als Hauptgründe werden vor allem mangelnde zeitliche und personelle Ressourcen für Planung und Organisation genannt (70 Prozent) - aber auch fehlendes Interesse (44 Prozent) und zu hohe Kosten (34 Prozent). (haa, DER STANDARD, 12./13.7.2014)

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