Analystenstimmen vom 11.7.

11. Juli 2014, 13:33
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Berenberg zu Verbund und Agrana, UBS zu RBI und Erste Group

Verbund - Berenberg senkt Kursziel nach Gewinnwarnung

Die Analysten der Berenberg Bank haben ihr Kursziel für die Aktie des Verbund in Reaktion auf die Gewinnwarnung des Versorgers von 12,5 auf 12,2 Euro gesenkt. Die Verkaufsempfehlung "sell" wurde gleichzeitig bestätigt.

Am Donnerstag hatte der Verbund seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr von 150 auf rund 70 Mio. Euro gesenkt. Als Gründe nannte der Konzern die niedrige Wasserführung, das weiter schwierige Marktumfeld und Effekte aus den Stilllegungsbeschlüssen der thermischen Kraftwerke.

Die Berenberg-Analysten haben nach der Gewinnwarnung auch ihre eigene Prognose für das Geschäftsjahr 2014 des Verbund gesenkt. Die neue Ergebnis-Prognose für heuer liegt bei einem Gewinn von 0,22 Euro je Aktie. Für die Folgejahre erwarten die Analysten nun 0,73 Euro (2015) und 0,76 (2016) Euro je Titel. Die Dividenden werden mit 0,11 (2014), 0,36 (2015) und 0,38 (2016) Euro je Aktie prognostiziert.

Am Freitag gegen 9.30 Uhr notierten Verbund an der Wiener Börse mit einem Minus von 0,83 Prozent bei 14,28 Euro.

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Berenberg Bank kürzt Agrana-Kursziel

Die Wertpapierexperten der Berenberg Bank haben ihre Kursziel für die Aktien der Agrana von 90,0 Euro auf 86,0 Euro gekürzt. Das Votum blieb unverändert bei "Hold". Das Unternehmen hat am gestrigen Donnerstag seine Ergebnisse für das erste Quartal vorgelegt.

Die Zahlen sind nach Ansicht der Berenberg-Experten weniger schwach als erwartet ausgefallen. Im ersten Quartal 2014/15 hat die Agrana aufgrund gesunkener Zucker- und Bioethanolpreise weniger verdient. Das Betriebsergebnis (Ebit) verringerte sich um 11,2 Prozent auf 52,9 Mio. Euro. Das Konzernergebnis lag bei 39,2 Mio. Euro nach 39,9 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

Allerdings hat das Unternehmen seine Gesamtjahresprognose für das operative Ergebnis deutlich nach unten revidiert. Dies reflektiert den schwachen und unsicheren Ausblick auf die Entwicklung der Produktpreise, schreiben die Experten der Berenberg Bank, die aufgrund der schwächeren Prognosen ihre Schätzungen für das Ebit und den Gewinn je Aktie gesenkt haben.

Beim Gewinn je Aktie erwarten die Berenberg-Analysten 7,14 Euro für 2014/15, sowie 7,55 bzw. 8,44 Euro für die beiden Folgejahre. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf jeweils 3,60 Euro für den Dreijahreszeitraum 2014/15 bis 2016/17.

Am Freitag im Frühhandel notierten die Agrana-Titel an der Wiener Börse mit plus 0,06 Prozent bei 84,30 Euro.

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UBS bestätigt Kursziel für RBI

Die Analysten der UBS haben ihre Einstufung "Neutral" und ihr Kursziel von 24,75 Euro für die Aktie der Raiffeisen Bank International (RBI) bestätigt. Die Analysten haben aber ihre Gewinnprognosen in Reaktion auf das neue Bankengesetz in Ungarn überarbeitet.

Das ungarische Parlament hatte am vergangenen Freitag mit nur einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen ein neues Bankengesetz beschlossen, mit dem die von den Banken verwendeten unterschiedlichen Wechselkurse für die Auszahlung und die Tilgung von Devisenkrediten aufgehoben werden.

Die Gewinnprognose der UBS für das laufende Geschäftsjahr der RBI wurde von 2,29 auf 1,87 Euro je Aktie gesenkt. Die Schätzung für 2015 wurde von 2,83 auf 2,80 Euro je Aktie revidiert. Die Prognose für 2016 wurde hingegen 3,37 auf 3,44 Euro je Aktie erhöht.

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UBS verbessert Votum für Erste Group

Die Analysten von UBS haben ihre Empfehlung für die Aktie der Erste Group in einer aktuellen Studie zum CEE-Bankensektor auf "buy" hochgestuft. Das Kursziel wurde zwar von 25 auf 23 Euro gesenkt, liegt nach der jüngsten Börsentalfahrt der Erste Group aber deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Am Freitag gegen 12.40 Uhr notierte die Erste an der Wiener Börse 3,31 Prozent im Plus bei 18,585 Euro.

Nach den Kurseinbußen sind die erwarteten Verluste in Problem-Regionen in der Aktie schon mehr als eingepreist, begründen die Analysten ihre Empfehlung. Die starke Aufstellung des Bankkonzerns im CEE-Raum dürfte auch in der Zukunft für Rentabilität und Gewinne sorgen, so die Experten.

Die Erste Group hatte in der Vorwoche für das heurige Geschäftsjahr einen Nettoverlust von 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro angekündigt. Die UBS-Analysten erwarten sogar einen Verlust von 1,7 Mrd. Euro. Grund sind Probleme in Ungarn und Rumänien. Seit der Verlustankündigung hat die Erste-Aktie bis dato gut 20 Prozent an Wert eingebüßt.

Die UBS-Analysten prognostizieren jetzt einen Verlust von 4,25 Euro je Aktie für das laufende Geschäftsjahr 2014 der Erste Group. Davor hatten sie noch 3,33 Euro Verlust je Aktie erwartet. Die Gewinnprognose für 2015 wurde von 1,78 auf 1,69 Euro je Aktie revidiert, die Schätzung für 2016 wurde von 2,34 auf einen Gewinn von 2,13 Euro je Aktie gesenkt.

Eine Dividende erwarten die Analysten für heuer nicht. Für 2015 prognostizieren sie 0,30 und für 2016 eine Dividende von 0,50 Euro je Aktie. (APA, 11.7.2014)

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