Meistens ist der Grund schlicht Sex 

11. Juli 2014, 13:15
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Konferenz über Sexarbeit in Deutschland, wider die Scham für Sex ohne Fortpflanzung und ein runder Geburtstag einer feministischen Ikone 

Keine medizinischen Entschuldigungen für die Pille: Eine Kolumne von Jessica Valenti knüpft noch einmal an die Verhütungsmittel-Debatte in den USA an. Der Supreme Court urteilte vor kurzem (dieStandard.at berichtete), dass sich Firmen auf Religionsfreiheit berufen können, um sich nicht an den Kosten für Verhütungsmittel ihrer Mitarbeiterinnen beteiligen zu müssen. Erstaunlich findet Valenti an manchen Statements, welche Gründe für Verhütung vorrangig behandelt werden: Nicht Sex ohne Reproduktionswunsch, sondern Gesundheit.

So listete die Modezeitschrift "Elle" gleich zehn medizinische Gründe auf, warum die Pille aus medizinischen Gründen wichtig sei - ein Verhütungsmittel, das mit Promiskuität assoziiert werde, steht in der "Elle". Valenti dazu: Es sei ziemlich deprimierend, dass im Sommer 2014 nicht gesagt werden kann, dass wohl die allermeisten deswegen verhüten, weil sie Sex wollen - aber kein Kind.

Konferieren: Das Thema Sexarbeit hält die feministische Szene schon lange in Atem. Das "Missy Magazin" hat sich mit einer Schwerpunktausgabe im Jänner dieses Jahres in diese Diskussion eingemischt. Im August soll die Debatte bei einer Konferenz weitergehen. Es wird unter anderem um kulturelle Bilder und gesellschaftliche Projektionen von Sexarbeit gehen, mit dabei sind Künstlerinnen, Medienmacherinnen und Fachfrauen, die Sexarbeiterinnen selbst werden auch mitreden. Dieser Tage wäre es also höchst an der Zeit, eine Teilnahme zu überlegen, mehr Infos dazu gibt es hier.

Feministisch Partei ergreifen: Suzanne Moore griff diese Woche nochmal die Aussagen der britischen Politikern Harriet Harmans (Labour Party) auf, die sich kürzlich über Sexismus in der Spitzenpolitik - konkret in der Regierung Gordon Browns - öffentlich ge äußert hatte. Moore fragt: Wie kann es sein, dass sich in Zeiten zahlreicher feministischer Aktivitäten, zum großen Teil auch von jungen Frauen getragen, sich in den etablierten Institutionen derart wenig tut? Ihre Vorschlag, dass sich etwas ändert: Es braucht, wie in Schweden, offenbar auch eine feministische Partei.

Ein Riot Girl wird 50: Die Sängerin, Gitarristin, Schauspielerin, "Hole"-Frontfrau und feministische Ikone Courtney Love wurde am 9. Juli 50 Jahre alt. Hier eine sehenswerte Dokumentation über die Jubilarin.

nirvanaunseen

(red, dieStandard.at, 11.7.2014)

dieWochenschau versammelt einige feministische Debatten der vergangenen Woche, die in Blogs, sozialen Medien oder anderen Zeitungen aufgetaucht sind.

  • Courtney Love feierte am 9. Juli ihren 50. Geburtstag.
    foto: ap/alikkeplicz

    Courtney Love feierte am 9. Juli ihren 50. Geburtstag.

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