KBA-Mödling-Vorstandschef geht

10. Juli 2014, 16:57
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Bei der Österreich-Tochter des deutschen Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer wird kräftig umgebaut

Maria Enzersdorf/Würzburg - Der Vorstandschef der KBA-Mödling, Leopold Achatz, verlässt zum 31. Juli "im gegenseitigen Einvernehmen" die von einem massiven Stellenabbau betroffene Österreich-Tochter des deutschen Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Mit 1. August wird aus der KBA-Mödling AG eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).

Hintergrund der Umfirmung sei der Umbau des Konzerns in einzelne Geschäftseinheiten. Dabei sollen der österreichische Standort so wie das KBA-Stammwerk in Würzburg und die Schweizer Tochter KBA-NotaSys in die Wertpapier-Sparte eingegliedert werden, heißt es in der Aussendung.

Weitere Vorstände scheiden aus

Mit Achatz scheiden auch die Kurzzeit-Vorstände Andreas Pleßke, Lothar Hohmann und Christopher Kessler aus der Führungspitze des KBA-Mödling aus. Technischer Geschäftsführer der umfirmierten KBA-Mödling GmbH wird der bisherige Betriebsleiter Rudolf Vogl (51). Die kaufmännische Geschäftsführung übernimmt Robert Galik (42), langjähriger Leiter des Finanzwesens. Neuer Chefaufseher der KBA-Mödling wird Konzernchef Claus Bolza-Schünemann.

Unterdessen soll der Stellenabbau Mitte Juli starten. Beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice (AMS) sind bereits an die 40 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet worden, wurde vergangene Woche bekannt. Bis Jahresende dürften weitere 135 Stellen gestrichen werden. Bis Ende 2015 soll der Stellenabbau, bei dem insgesamt 385 der zuletzt 750 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren werden, abgeschlossen sein.

Der deutsche Mutterkonzern kämpft mit deutlichen Umsatzeinbrüchen und hatte deshalb im Dezember 2013 angekündigt, konzernweit 1.100 und bis 1.500 Stellen zu streichen. In Österreich hätten 400 bis 460 der rund 750 Mitarbeiter gehen sollen - nach einem dreitägigen Streik der Belegschaft lenkte das Management ein und kündigte an, an den niederösterreichischen Standorten in Maria Enzersdorf und Ternitz "nur" 385 Stellen abzubauen.

Tiefrote Zahlen

Im Vorjahr hat Koenig & Bauer tiefrote Zahlen geschrieben. Vor Steuern türmte der Maschinenbauer einen Verlust von 138,1 Mio. Euro auf. Ein Jahr davor stand noch ein Plus von 3,7 Mio. in den Büchern. Wegen des radikalen Sparkurses wird auch heuer ein Verlust anfallen. "Für 2015 erwarten wir jedoch eine signifikante Trendwende in den Ergebniszahlen und spätestens 2016 soll KBA wieder nachhaltig profitabel wirtschaften", erklärte Bolza-Schünemann im März.

Als zweitgrößter Druckmaschinenbauer der Welt leiden die Würzburger wie ihre Konkurrenten darunter, dass das Internet Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften oder Katalogen nach und nach das Wasser abgräbt. Schmökern oder Stöbern lässt sich auch online und noch dazu kostenlos. Immer weniger Verlage bestellen daher neue Druckmaschinen. Der Markt für Rotationsanlagen ist laut KBA seit 2006 um fast drei Viertel geschrumpft. 2013 ging zudem der Boom bei Anlagen für den Druck von Banknoten zu Ende, der den Konzern jahrelang in der Gewinnzone gehalten hatte. (APA, 10.7.2014)

  • Nach dem massiven Stellenabbau gibt es auch einen massiven Umbau.
    foto: standard/hendrich

    Nach dem massiven Stellenabbau gibt es auch einen massiven Umbau.

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