Rumpold-Agentur stellt Konkursantrag

10. Juli 2014, 15:29
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Pressekonferenz um 96.000 Euro für Eurofighter-Hersteller sorgte für Aufregung

Wien - Die prominente PR-Agentur "100% Communications" hat am Donnerstag einen Konkursantrag gestellt, teilte der Gläubigerschutzverband AKV Europa mit. Bekannt wurde die Agentur unter dem Chef und Ex-FPÖ-Spitzenpolitiker Gernot Rumpold als sie für eine Pressekonferenz des Eurofighter-Herstellers EADS 96.000 Euro verrechnete. Eine Stellungnahme der Agentur war vorerst nicht zu erhalten.

Laut Firmencompass befindet sich die "100% Commuinications" im Besitz der Rockbury Holdings Ltd. mit Sitz in Zypern, früheren Medienberichten zufolge soll Gernot Rumpold Teilhaber sein.

90-Prozent-Anteil an La Hong

Geschäftsführerin ist die Ex-Frau von Rumpold, Erika Daniel. Die Ein-Personen-Agentur ist zu 90 Prozent an der insolventen Modefirma La Hong GmbH des austro-vietnamesischen Modeschöpfer und Society-Lieblings Nhut La Hong beteiligt.

Zum Masseverwalter wurde der Wiener Rechtsanwalt Gerhard Bauer bestellt.

Die 100% Communcations war unter anderem für die Wahlkämpfe der FPÖ verantwortlich. Rumpold galt als Mitglied der "Buberlpartie" des mittlerweile verstorbenen Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider und war dessen "Mann fürs Grobe". Rumpold war von Dezember 1990 an - mit einer mehrmonatigen Unterbrechung 1996 - Bundesgeschäftsführer der Freiheitlichen.

Nicht rechtskräftige Verurteilung bei Telekom-Verfahren

Im August des Vorjahres war Rumpold im sogenannten "Telekom-III"-Prozess nicht rechtskräftig zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. In dem Verfahren ging es um eine inkriminierte verdeckte Parteispende an die FPÖ in Höhe von 600.000 Euro durch die Telekom. Rumpold wurde der Untreue als Beteiligter und wegen falscher Zeugenaussage im parlamentarischen Untersuchungsausschuss für schuldig befunden, meldete aber Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. (APA, red, 10.7.2014)

  • Gernot Rumpold stand im Vorjahr beim "Telekom-III"-Prozess vor Gericht
    foto: apa/schlager

    Gernot Rumpold stand im Vorjahr beim "Telekom-III"-Prozess vor Gericht

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