Schüssel über Vermögenssteuern und "Neid als Todsünde"

10. Juli 2014, 12:39
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Der Altkanzler ärgert sich über den Neid auf den Reichtum Einzelner

Altkanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) wettert in der "Neuen Zürcher Zeitung" über Vermögenssteuern. In einem Gastkommentar vom Mittwoch beschwert sich Schüssel, der von 2000 bis 2006 die schwarz-blaue Koalition anführte, über den Neid auf den "Reichtum Einzelner".

Unter dem Titel "Neid hilft nicht bei der Suche nach Gerechtigkeit" fragt er sich unter anderem: "Warum dann dieser Neid auf das Vermögen von Familienbetrieben, das erarbeitet, versteuert und meist wieder investiert wird?" Schließlich hätten reiche Menschen wie Steve Jobs und Bill Gates durch ihre Innovationen den Armen nichts weggenommen. Ihr Reichtum beruhe auf "Produkten, welche die Kunden preiswert kaufen". Zudem würden Vermögende oft durch Stiftungen und Spenden der Gesellschaft viel zurückgeben.

Todsünden Neid und Gier

Besonders ärgert sich Schüssel über den Ruf nach "Vermögenssteuern, Reichensteuern, Millionärssteuer, Ebschafts- und Schenkungssteuer". Überall werde "diese Parole immer lauter". Es komme auf die Balance an, zu viel Wohlfahrtsstaat könne die Kreativität "im Sinne innovativer Ungleichheit" stören. Aber auch Reichtum dürfe nicht auf brutale Ausbeutung von Menschen und Ressourcen gegründet sein. "Neid ist genauso eine der sieben Todsünden wie die Gier nach Besitz", schreibt Schüssel.

Die "Armut der vielen" könne man nicht dadurch verringern, dass man Reichen etwas wegnehme. Vielmehr gehe es darum, den Zugang zu Bildung, Wissen, Chancen und Gesundheit zu ermöglichen. (red, derStandard.at, 10.7.2014)

  • "Neid ist genauso eine der sieben Todsünden wie die Gier nach Besitz", schreibt Altkanzler Wolfgang Schüssel.
    foto: apa/hochmuth

    "Neid ist genauso eine der sieben Todsünden wie die Gier nach Besitz", schreibt Altkanzler Wolfgang Schüssel.

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