Handy auf Reisen: Kostenfallen vermeiden

14. Juli 2014, 12:38
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Seit Juli ist das Telefonieren mit dem Handy und das Verschicken von SMS in EU-Urlaubsländern billiger. Vorsicht ist beim Telefonieren und Surfen in Nicht-EU-Ländern geboten

Seit Juli gibt es wieder neue günstigere Obergrenzen für Telefonate, SMS und Surfen in EU-Urlaubsländern. Die Anbieter warten auch mit zahlreichen Sondertarifen auf, etwa vorausgekauften Gesprächsminuten. Wer aus einem Nicht-EU-Land (etwa Türkei) anruft, sollte nach wie vor vorsichtig sein - die Preisunterschiede sind groß. Das zeigt ein aktueller AK Preismonitor der gängigsten Mobilfunkanbieter für EU-Urlaubsländer und dem beliebten Reiseziel Türkei.

foto: dpa-zentralbild/stefan sauer

Gebühren sind gesunken

Die AK hat die Handy-Tarife der Anbieter A1, Bob, Red Bull Mobile, T-Mobile, Tele.Ring, Drei und Yesss erhoben. Die Passivgebühren sanken von 8,4 auf 6 Cent pro Minute (inklusive Umsatzsteuer). Die Aktivgebühren gingen von 28,8 auf 22,8 Cent pro Minute (Inklusive Umsatzsteuer) hinab. Eine SMS kostet jetzt 7,2 Cent (davor 9,6 Cent). Surfen schlägt heuer mit 24 Cent pro Megabyte zu Buche (zuvor 54 Cent - somit ist Mailen & Co um 55,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr günstiger.)

Wer aus der Türkei nach Österreich anruft, zahlt zwischen 22,8 Cent und 2,50 Euro pro Minute, Passivrufe kosten 6 Cent bis 1,29 Euro pro Minute und das Megabyte für Inter-netsurfen 5 bis 20,80 Euro. "Hier sind teilweise Roamingpreise für Wertkarten wesentlich günstiger als jene für Vertragstarife, etwa Bob in der Türkei", heißt es von Seiten der AK.

Roamingpakete werden angeboten

Erstmals werden auch Roamingpakete mit unlimitierten Gesprächsminuten, SMS und MMS angeboten, zeigt der AK Preismonitor: "Es gibt auch viele Sondertarife, etwa vorausgekaufte Gesprächsminuten, zum Beispiel bei A1, T-Mobile, Drei und Yesss, oder Zusatzpakete mit monatlichen Zusatzkosten und inkludierten monatlichen Freiminuten."

Wer Datenroamingpakete innerhalb der EU kauft, kann günstiger im Internet surfen: So erhält man etwa bei den meisten Anbietern Datenroamingpakete für die EU im Ausmaß von 100 Megabyte für 10 bis 20 Euro. Diese sind allerdings nur dann günstig, wenn man sie im wesentlichen Ausmaß auch ausnutzt. Denn zum Standardroamingtarif würden diese 100 Megabyte auch "nur" 24 Euro kosten. "Vergessen Sie nach dem Urlaub nicht, diese wieder zu kündigen", rät die Arbeiterkammer. "da sich im Falle von monatlichen Zusatzgebühren diese sonst automatisch verlängern." (red, derStandard.at, 10.07.2014)

So vermeiden Sie Kostenfallen - Tipps der Arbeiterkammer:

Was UrlauberInnen beachten sollten, wenn sie mit dem Handy telefonieren:

  • Handy läutet, Kasse klingelt: Wer im Urlaub angerufen wird, zahlt auch. Der Anrufer aus Österreich zahlt den österreichischen Tarif, der Angerufene zahlt Gebühren für die Weiterleitung des Anrufs von Österreich in den Urlaubsort (Passivgebühr). A1, Bob, Red Bull Mobile, Tele.Ring, Drei und Yesss verrechnen im Privatkundentarif in den untersuchten Urlaubsländern ab Juli Passivgebühren von 6 Cent bis 1,29 Euro pro Minute. Während in der Türkei die höchsten Weiterleitungsgebühren meist bei Wertkarten-Handys anfallen (Ausnahme Bob und T-Mobile Klax), macht es innerhalb der EU aufgrund der verordneten Höchstpreise keinen Unterschied, ob man ein Vertrags- oder Wertkarten-Handy verwendet.
  • SMS günstiger: Mit einer SMS kommen UrlauberInnen billiger davon, vor allem im untersuchten Nicht-EU-Land Türkei.
  • Spezielle Tarife: Manche Anbieter wie A1 (B.free), T-Mobile, Yesss und Drei haben auch spezielle Roamingpakete. So kauft man etwa um einen Fixbetrag eine bestimmte Anzahl an Gesprächsminuten oder auch Datenvolumen. Sie müssen innerhalb einer Frist aufgebraucht sein, danach verfallen sie. Vorsicht: Die in Österreich gültigen Freieinheiten können bei Telefonaten im Ausland meist nicht genutzt werden.
  • Kostenfalle Mobilbox: Wer unter Palmen seine Mobilbox abhören will, zahlt meist genau so viel wie bei einem Gespräch nach Österreich. Ist das Handy so programmiert, dass der Anruf auf die Box geht, wenn zum Beispiel nicht abgehoben wird, können dop-pelte Kosten anfallen (außerhalb der EU): Anrufe müssen erst ins Reiseland gesendet werden, um festzustellen, ob der Anruf angenommen wird. Wird der Anruf zur Mobilbox umgeleitet, so fallen beim Angerufenen die Passivgebühr und zusätzlich der Roamingtarif für die Rückleitung des fehlgeschlagenen Anrufes zur Mobilbox in Österreich an. Um der Kostenfalle zu entgehen: Mobilbox ganz abschalten. Seit 2010 darf für den bloßen Empfang einer Mobilboxnachricht innerhalb der EU kein Entgelt mehr verrechnet werden - sehr wohl aber für das Abhören.
  • Kostenkontrolle: Die Betreiber haben bei der Einreise automatisch über die Roaming-preise, etwa per SMS oder Pop-up zu benachrichtigen. Außerdem muss KonsumentInnen eine Kostenbegrenzungsfunktion für die Datennutzung angeboten werden: Sobald 80 Prozent des vereinbarten Höchstbetrages ausgeschöpft sind, hat der Betreiber eine Info ans Handy zu senden. Ohne ausdrückliche Zustimmung des Kunden darf die Kostenobergrenze von monatlich rund 60 Euro nicht überschritten werden. 

    Welchen Tarif man wo zahlt, findet man im Internet: Handys unter Palmen - Telefonieren im Ausland
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