Ufer-Tamariske kehrt an steirische Enns zurück 

10. Juli 2014, 11:49
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Vom Aussterben bedrohter Strauch wird im Nationalpark Gesäuse wieder angesiedelt

Liezen - Die Ufer-Tamariske, auch als Rippelstrauch bekannt, steht in Österreich am Rande der Ausrottung, was in direktem Zusammenhang mit dem Verschwinden natürlicher Schotterbänke an Flussufern steht. Nun soll ein Artenschutzprojekt im Nationalpark Gesäuse (Bezirk Liezen) dabei helfen, dass dieser Strauch in der Steiermark wieder heimisch wird.

Die Ufer-Tamariske ist auf Sand- und Schotterbänke spezialisiert, die sie mit ihrem tiefen, ausgeprägten Wurzelsystem verfestigt. Mit ihren 2-3 mm langen, blaugrünen Blättern und den weißen bis hellrosa Blüten am Ende der langen Äste, sind die bis zu zwei Meter hoch wachsenden Tamariskensträucher leicht zu erkennen. Flussbegradigungen, Wasserkraftwerke und flussbauliche Maßnahmen haben jedoch dazu beigetragen, dass die Myricaria germanica von den Schotterbänken und Flussufern im Laufe des 20. Jahrhunderts verschwand.

Hochwasser für Überleben wichtig

An der steirischen Enns und an dem in den Fluss einmündenden Johnsbach ist die Tamariske mittlerweile ausgestorben - trotz geeigneter Bedingungen, schilderte Daniel Kreiner, Leiter des Fachbereiches Naturschutz des Nationalparkes Gesäuse. Das Wachstum der Pflanze hänge nämlich stark von der Flussdynamik ab: regelmäßiges Hochwasser sei nötig. Die Enns im Nationalpark Gesäuse biete für eine Wiederansiedlung gute Voraussetzungen.

In einem Pflanzengarten in Gstatterboden (Bezirk Liezen) werden die Stecklinge mit österreichischem Ursprung gezüchtet und vermehrt, damit sie an den geeigneten Standorten entlang der Enns wieder angesiedelt werden können. 40 bis 50 Individuen dienen der Weiterzucht, in periodischen Abständen werden rund ein Dutzend an regelmäßig überfluteten Schotterbänken angepflanzt.

Mehrer Anläufe nötig

Bereits seit 2003 finden Studien zur Wiederansiedlung statt, es waren jedoch mehrere Anläufe nötig, um das Projekt erfolgreich realisieren zu können, so Kreiner. "Nun sind die Gegebenheiten besser, das hängt auch mit positiven Veränderungen im Hochwasserschutz zusammen", schilderte der Projektverantwortliche. Langfristig werde die Wiederansiedlung aber nur Erfolg haben, wenn die Pflanze auch außerhalb eines bisher noch räumlich begrenzten Gebietes angepflanzt wird", meint Kreiner.

Bereits 2010 wurde die Ufer-Tamariske in Oberösterreich an der Oberen Traun wieder angesiedelt. Die Stecklinge dazu wurden entlang der Drau in Kärnten entnommen, wo sich die Pflanze bereits neu etablieren konnte. Einzelne natürliche Bestände sind in Österreich noch in Tirol (etwa an den Flüssen Isel und Lech) und auch an der Salza zu finden. (APA/red, derStandard.at, 10.07.2014)

  • Bis auf wenige Fließgewässer ist die  Ufer-Tamariske in Österreich mittlerweile sehr selten geworden, in vielen Regionen ist sie völlig verschwunden.
    foto: nationalpark gesäuse gmbh, herfried marek

    Bis auf wenige Fließgewässer ist die Ufer-Tamariske in Österreich mittlerweile sehr selten geworden, in vielen Regionen ist sie völlig verschwunden.

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