30 Soldaten in Ukraine durch Raketenbeschuss getötet

11. Juli 2014, 13:51
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Ukrainische Truppen beginnen "Totalangriff" bei Donezk: Schweres Artilleriefeuer

Donezk - Bei den Kämpfen zwischen regierungstreuen Truppen und prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine sind nach Angaben des Innenministeriums mindestens 30 Soldaten und Grenzschützer getötet worden.

Sie seien mit Raketenwerfern beschossen worden, sagte ein Berater des Ministeriums am Freitag. Die Zahl der Opfer könne noch steigen.

"Totalangriff"

Ukrainische Truppen haben am Donnerstag nach Regierungsangaben einen "Totalangriff" zur Rückeroberung von Rebellenhochburgen im Osten des Landes eingeläutet. Die nächste Phase der Militäroffensive habe an "mehreren Frontabschnitten" nahe den strategisch bedeutsamen Großstädten Donezk und Luhansk begonnen, teilte das Innenministerium in Kiew am Donnerstag mit.

AFP-Reporter in der 30 Kilometer westlich von Donezk gelegenen Ortschaft Karliwka berichteten von schwerem Artilleriefeuer sowie vorrückenden Militärkonvois mit Panzern und Truppentransportern.

Die Armee versucht seit der Einnahme der Rebellenhochburg Slawjansk am vergangenen Samstag auch Donezk und Lugansk einzukesseln, um die dortigen Aufständischen zu vertreiben. Die Rückeroberung von Slawjansk war der bisher größte Erfolg in der wochenlangen Militärkampagne Kiews gegen die Rebellen.

"Terroristen vernichtet"

Die Aufständischen sprachen von etwa 50 toten Soldaten bei blutigen Kämpfen um den Flughafen der Großstadt Luhansk. Das Militär räumte Verluste ein. Allerdings seien bei einem Feuergefecht nahe der Millionenmetropole Donezk auch mindestens 25 "Terroristen vernichtet" worden, sagte Bataillonskommandeur Semjon Sementschenko am Donnerstag in dem Konfliktgebiet.

Die Verwaltung von Donezk sprach von schweren Kämpfen rund um den stillgelegten internationalen Flughafen. Die Bewohner naher Siedlungen sollten keinesfalls die Häuser verlassen, sagte ein Sprecher. Der selbst ernannte Regierungschef der nicht anerkannten "Volksrepublik Donezk", Alexander Borodaj, bestätigte die Gefechte.

Falls sich die Armee nicht zurückziehe, müssten etwa 100.000 Bürger aus Sicherheitsgründen die Stadt verlassen, behauptete er. Ein Militärkonvoi aus Panzern und Mannschaftswagen hatte bereits am Vortag rund 20 Kilometer südlich von Donezk Position bezogen. 

Das ukrainische Innenministerium rechnet mit einer bis zu einem Monat andauernden Offensive zur Rückeroberung von Donezk und Lugansk. Um zivile Opfer möglichst zu vermeiden, seien keine "Artillerie- oder Luftangriffe" auf die Rebellenbastionen geplant, sagte ein Berater von Innenminister Arsen Awakow im ukrainischen Staatsfernsehen.

Präsident Petro Poroschenko erklärte am Freitag, er habe der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel versichert, dass er offen sei für eine "beidseitige Waffenruhe sei ", teilte die ukrainische Präsidentschaft  mit. (APA, 10.7.2014)

  • Soldat der ukrainischen Armee, 60 Kilometer von Donezk
    foto: reuters/gleb garanich

    Soldat der ukrainischen Armee, 60 Kilometer von Donezk

  • Ein ukrainischer Panzer vor Donezk.
    foto: reuters/garanich

    Ein ukrainischer Panzer vor Donezk.

  • Rebellen haben in Nowobachmutiwka bei Donezk eine Eisenbahnbrücke zerstört, die Zivilbevölkerung flieht vor den Kämpfen.
    foto: ap/dmitry lovetsky

    Rebellen haben in Nowobachmutiwka bei Donezk eine Eisenbahnbrücke zerstört, die Zivilbevölkerung flieht vor den Kämpfen.

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