Wie die Jungen führen (werden)

10. Juli 2014, 13:11
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Mehr als die individuelle Entwicklung zählt jene des Teams: Mit der Generation Y zieht ein anderer Führungsstil in Organisationen

Während in den vergangenen Jahren vieles darauf fokussiert hat, die Protagonisten der Generation Y (geboren zwischen 1980 und 2000) für die unterschiedlichsten Organisationen zu gewinnen und auch zu halten und während Expertisen darüber ausgetauscht wurden, wie denn diese Generation der Jungen zu führen sei, sind deren Vertreter zum Teil selbst schon zu Führungskräften geworden.

Die ersten Jahrgänge dieser Digital Natives sind bereits einige Jahre am Arbeitsmarkt und legen in Bezug auf Job, Weiterentwicklung, Aufstieg, Teams oder Organisationen oft andere Haltungen an den Tag als die Generationen X und Baby Boom. Bemerkenswert sei das insofern - so eine Untersuchung der London School of Economics -, als viele das offenbar erst jetzt zur Kenntnis nehmen. Jetzt, da sie den Führungsstil der Jungen erleben.

Das Team steht über allem

Die London School of Economics hat seit 2009 eine laufende Untersuchung eingeleitet, die Studierende nach deren Haltung zu Arbeit, Mitarbeiterengagement und Führungsstile befragt. Durchschnittlich sind die Studierenden 29 Jahre alt und kommen aus 33 Ländern.

Als eines der Schlüsselergebnisse bezeichnen die Studienautoren, dass 54 Prozent der bisher Befragten mehr Loyalität gegenüber ihren Teams verspüren als zur Arbeit gebenden Organisation selbst. Das sei zwar, so die Studienautoren weiter, keine überwältigende Mehrheit, die Angst vor Fluktuation der Jungen machen sollte. Aber doch Ausgangspunkt dafür, weniger Individuen zu entwickeln, sondern gleich ganze Teams - quasi als Schlüssel für eine nachhaltige Verweildauer im Unternehmen. Teamführung bekomme dadurch eine ganz andere Rolle und auch Wertigkeit in den Unternehmungen.

Einzelkämpfertum wird untergehen

Für eine Generation, die mit sozialen Medien groß geworden sei und für die der Einfluss von Institutionen weniger zähle als für Ältere, wiege die Community, das Team viel mehr als für frühere Generationen. Genau dort werde nämlich auch Sinn generiert, Entwicklung gefördert und Innovation vorangetrieben, sind die Studienautoren sicher. Die nun kommende Generation an Führungskräften wird Teams ganz allgemein mehr Gewicht geben. Ein Grund also heute schon über organisationale Strukturen und punktuellem "Heldentum" in Unternehmen nachzudenken. (haa, derStandard.at, 10.7.2014)

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