Hypo-Manager sollen Kredite an sich selbst vergeben haben

10. Juli 2014, 08:25
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Neue Vorwürfe von Hypo-Anwalt Zink: Kulterer und Striedinger könnten sich selbst bereichert haben

Wien - Hypo-Anwalt Johannes Zink erhebt neue Vorwürfe gegen das frühere Management der notverstaatlichten Kärntner Bank. Es bestehe der konkrete Verdacht, dass sich die beiden Ex-Vorstandsmitglieder Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger selbst bereichert haben könnten, sagte Zink im Ö1-"Morgenjournal" am Donnerstag. Die Vorwürfe würde weit über die bisherigen rechtskräftigen Verurteilungen hinausgehen.

Sie sollen in zumindest zwei Fällen Hypo-Kredite an Firmen vergeben haben, die letztlich, über eine verschachtelte Firmenkonstruktion, ihnen gehörten. "Wenn diese Geschäfte gutgegangen sind, wurde der Gewinn lukriert und einbehalten." Gingen die Geschäfte nicht gut, seien die Firmen über eine Hypo-eigene Gesellschaft zurückerworben worden. Das Risiko trug also die Bank, so Zink.

Kulterers Anwalt schließt Bereicherung aus

Konkret flossen Gewinne aus den Geschäften laut dem Anwalt über Briefkastenfirmen und Strohmänner zu einer "IEK Immobilienentwicklungs-AG". Deren Geschäftsführer sei der in der Hypo-Causa bereits verurteilte Anwalt Gerhard Kucher. Im Zuge von Kontoöffnungen und Hausdurchsuchungen habe man Kulterer, Striedinger und einen ehemaligen kroatischen Hypo-Manager als Aktionäre und Profiteure ermitteln können, heißt es.

Staatsanwaltschaft

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Antoinette Tröster, bestätigte, dass es in dem am 15. Mai vorgelegten Abschlussbericht der Soko Hypo auch um "die Verdachtslage eines strafbaren Verhaltens wegen Untreue von ehemaligen Vorstandsmitgliedern" der Hypo gehe. Der Bericht werde derzeit geprüft. Darüber hinaus wollte sich Tröster nicht zu den Vorwürfen äußern.

"Im Hinblick auf die Nichtöffentlichkeit des Ermittlungsverfahrens aber auch auf die Komplexität des Verfahrens an sich und die Notwendigkeit einer vernetzten Betrachtungsweise mit den bereits vorliegenden Beweisergebnissen ersucht die Staatsanwaltschaft um Verständnis dafür, dass derzeit eine inhaltliche Stellungnahme zu der angesprochenen Berichterstattung nicht erfolgen kann", so Tröster.

Für Kulterers Anwalt Ferdinand Lanker sind die Vorwürfe neu, er schloss aber eine Bereicherung seines Mandanten aus. Striedingers Anwalt möchte die Causa erst kommentieren, wenn der Ermitlungsakt vorliege. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung. (red, derStandard.at, 10.7.2014)

  • Die Ex-Manager der Hypo Alpe-Adria-Bank Günter Striedinger (li.) und Wolfgang Kulterer im März 2012 auf der Anklagebank vor Beginn des Prozesses im Landesgericht Klagenfurt.
    foto: apa/gert eggenberger

    Die Ex-Manager der Hypo Alpe-Adria-Bank Günter Striedinger (li.) und Wolfgang Kulterer im März 2012 auf der Anklagebank vor Beginn des Prozesses im Landesgericht Klagenfurt.

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