Irakische Regierung: Aufständische sind an Nuklearmaterial gelangt

10. Juli 2014, 10:13
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Regierung bittet UNO um Hilfe - 40 Kilogramm Urangemisch an Uni Mossul - USA und IAEO entwarnen

Bagdad/New York/Mossul - Aufständische im Irak sind nach Regierungsangaben an Nuklearmaterial gelangt. Das Material stamme aus der Forschung einer Universität im Norden des Landes, teilte die Regierung in einem Brief den Vereinten Nationen mit und rief diese zur Hilfe auf, "um die Bedrohung abzuwenden, dass es von Terroristen im Irak oder anderswo verwendet wird".

Fast 40 Kilogramm Urangemische seien an der Universität Mossul gelagert worden, schrieb der UN-Botschafter des Irak, Mohamed Ali Alhakim, an Generalsekretär Ban Ki-moon in einem auf den 8. Juli datierten Brief, der der Nachrichtenagentur Reuters vorlag.

USA: Kein angereichertes Uran enthalten

"Terroristengruppen sind an Nuklearmaterial gelangt an Orten, die nicht mehr von der Regierung kontrolliert werden", schrieb der Botschafter. Das Material könne zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen verwendet oder aus dem Irak herausgeschmuggelt werden. Aus US-Regierungskreisen hieß es dagegen, die Stoffe enthielten wohl kein angereichertes Uran und könnten daher kaum zum Bau von Waffen dienen.

IAEO: Kein Risiko

Auf der Grundlage der ersten Berichte gehe man davon aus, dass das Material nur schwach angereichert sei und kein Risiko im Sinne der Sicherheit oder atomaren Weiterverbreitung darstelle, erklärte eine Sprecherin der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEO) am Donnerstag. Trotzdem sei ein derartiger Fall immer besorgniserregend.

Der Irak hatte erst vor wenigen Tagen eingeräumt, er habe die Kontrolle über ein Chemiewaffenlager an die sunnitischen Rebellen der Organisation Islamischer Staat (IS) verloren. Die Rebellen haben bei ihrem Vormarsch weite Teile des Nordirak eingenommen, wurden zwischenzeitlich aber wieder aus einigen Gebieten vertrieben. (APA, 10.7.2014)

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