Hypo-Debatte: Lopatka und Strolz in der "ZiB 2": Die schlechtere Wahl

9. Juli 2014, 18:35
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Während Lopatka und Strolz nach dem Hypomatch womöglich Hemden tauschten, hatten die Brasilianer längst begonnen, Gott um Vergebung zu bitten.

Während die herzig spielende brasilianische Verzweiflungstruppe staunend ein Tor in Empfang nahm, wurde Matthias Strolz (Neos) in der "ZiB 2" offensiv: So könne man einen Staat nicht organisieren. Vertrauen und Arbeitsplätze würden vernichtet, der Standort beschädigt. Das nun beschlossene Hypo-Gesetz sei ein Höhepunkt der Planlosigkeit, wirtschaftspolitisch sei diese Regierung kompetenzbefreit.

Die Hypogeschichte sei folglich das größte Desaster der Zweiten Republik. Nun wanderten Milliarden an kriminelle Kreise auf dem Balkan, sprach Strolz, während sich die Deutschen über die brasilianischen Torgeschenke zu wundern begannen. Unterdessen verteidigte ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka die Hypogläubigerbeteiligung durch Eigenlob und Geschichtsunterricht: Er betonte den Regierungsmut zum innovativen Sondergesetz, das ab 2016 europaweit zum Standard würde. Man sei Trendsetter. Im Übrigen habe alles so kommen müssen, wie es gekommen war.

Schließlich habe man alles geprüft, die Verstaatlichung sei eben in einer Krisensituation internationalen Drucks erfolgt. Ein Flächenbrand stand bevor, so Lopatka, während Deutschland weiter Tore schoss und Zuschauer vielleicht das Gefühl überkam, nur noch ein Fußballmatch zwischen Regierung und Opposition würde in Sachen Sondergesetz die Wahrheit ans Licht bringen.

TV-Dispute enden doch immer im Nirgendwo eines Unentschiedens. Zudem erwies sich der Plausch als die eher schlechtere TV-Wahl. Während Lopatka und Strolz nach dem Hypomatch womöglich Hemden tauschten, wie ihnen Armin Wolf vorschlug, hatten die Brasilianer längst begonnen, Gott um Vergebung zu bitten. (Ljubiša Tošić, DER STANDARD, 10.7.2014)

  • Matthias Strolz von den Neos.
    foto: apa/roland schlager

    Matthias Strolz von den Neos.

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