Containerklassenkampf in Wiener Volksschule

10. Juli 2014, 07:46
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Die Ferien dauern zwar noch eine Weile. Doch schon jetzt steht fest, dass geplante Containerklassen in einer Wiener Volksschule nicht bis zum Schulbeginn fertig werden. Eltern schlagen Alarm

Wien - In siebeneinhalb Wochen sind in Wien die Sommerferien vorbei. Eine lange Zeit, könnte man meinen. In der Volksschule Rothenburgstraße im 12. Bezirk wird die Ferienzeit allerdings zu knapp. Denn bis September sollten neben dem Schulgebäude neue Container für weitere Klassenzimmer aufgestellt werden, damit alle Schülerinnen und Schüler auch wirklich Platz finden. Die Schule befindet sich im Einzugsgebiet Schöpfwerk und der neuen Siedlung Kabelwerk. Das Hauptgebäude ist nicht mehr groß genug für die ständig wachsende Zahl der Schülerinnen und Schüler.

Zwölf Klassen sollten sich den Plänen zufolge daher künftig im Altbau befinden, drei Klassen im Containerzubau. Doch die Baufirma, die mit der Errichtung der Container beauftragt wurde, wird nicht rechtzeitig fertig. Sie hat mehrere Fristen verstreichen lassen, nun, knapp nach Ferienbeginn, wurde der Firma sogar der Auftrag entzogen. Die Baupläne seien so mangelhaft gewesen, dass keine Freigabe möglich war, heißt es bei der zuständigen MA 56 (Städtische Schulverwaltung).

Turnstunde

Eltern betroffener Schüler schlagen Alarm. Sie befürchten, dass ihre Kinder durch die baulichen Verzögerungen einen Nachteil erhalten. Der Bewegungsraum, in dem die Turnstunden stattfinden sollten, müsse aus Platzmangel zum Klassenzimmer umfunktioniert werden.

"Die tägliche Turnstunde wird dann nicht möglich sein", sagt Nadja Wipplinger-Lazarev vom Elternverein. Wie andere Eltern auch fühlt sie sich in Anbetracht der von Politikern viel zitierten Bildungsoffensive "mehr als verhöhnt", schließlich warte man seit Monaten auf den Zubau.

Notfallplan

Im Gespräch war sogar, dass die Kinder ab September in Bussen zu anderen Schulstandorten gebracht werden, um dort unterrichtet zu werden. Direktorin Gabriele Edlinger will davon Abstand nehmen. Sie hat einen Notfallplan erarbeitet, dem zufolge geht es sich knapp aus, dass alle Kinder im Schulgebäude Platz finden. Der Bewegungsraum und der Raum für die Sprachförderung werden allerdings nicht zur Verfügung stehen. "Wir müssen zwei Monate durchhalten", sagt Edlinger, die fix damit rechnet, dass die Container trotz Neuausschreibung des Auftrags bis 2. November stehen.

Dass es eine neue Ausschreibung für die Container geben wird, bestätigt auch Patrick Timmelmayer von der MA 56: "Wir arbeiten mit Hochdruck, damit es eine möglichst geringe zeitliche Verzögerung gibt." (Rosa Winkler-Hermaden, DER STANDARD, 10.7.2014)

  • Die Volksschule Rothenburgstraße in Wien-Meidling liegt im Ferienschlaf.  Der geplante Container-Anbau verzögert sich.
    foto: andy urban

    Die Volksschule Rothenburgstraße in Wien-Meidling liegt im Ferienschlaf. Der geplante Container-Anbau verzögert sich.

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