Srebrenica-Massaker: Bisher 7.100 Opfer gefunden

9. Juli 2014, 17:28
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Institut für Vermisste sucht weiter nach mehr als 1.200 Opfern

Sarajevo - Dem bosnischen Institut für Vermisste ist es nach Worten seines Leiters Amir Masovic seit dem Ende des Bosnien-Krieges - 1992 bis 1995 - gelungen, etwa 7.100 Opfer des Massakers von Srebrenica vom Juli 1995 zu finden. Nach etwa 1.200 Opfern wird weiter gesucht.

Särge mit 175 Opfern des Massakers wurden am Mittwoch aus Visoko bei Sarajevo in die Gedenkstätte Potocari bei Srebrenica überführt, wo sie am Donnerstag beigesetzt werden sollen. Die Gedenkfeier zum 19. Jahrestag des Massakers wird heuer zum ersten Mal nur einen religiösen Charakter haben. Die in früheren Jahren üblichen Reden von Politikern und ausländischen Gästen sollen völlig ausbleiben, meldeten Medien.

8.372 Namen

In Potocari wurden in früheren Jahren 6.066 Massakeropfer beigesetzt, weitere 187 wurden von Familienangehörigen anderswo beerdigt. Identifiziert wurden auch Leichenteile von etwa 500 weiteren Opfern. Sie werden Masovic zufolge in einer Gedenkstätte in Tuzla aufbewahrt. Ihre Familien wollen mit der Beerdigung abwarten, bis vom Institut für Vermisste fehlende Leichenteile gefunden sind. Das Verzeichnis der Opfer in der Gedenkstätte Potocari enthält 8.372 Namen.

Nach der Einnahme der damaligen UNO-Schutzzone Srebrenica durch bosnisch-serbische Truppen wurden in der Umgebung der Stadt rund 8.000 muslimische Stadteinwohner brutal ermordet. (APA, 9.7.2014)

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